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Schlagwort: Selva

Verloren im Dschungel

Verloren im Dschungel

Wie man aus Baumwurzeln trinkt,
…Termiten als Mückenschutz benutzt oder im Dschungel verlorgengegangene Freunde mithilfe eines riesigen Baumes zu sich ruft, sind nur drei Punkte des heute (siehe Datum) gelerntes ;). Früh um 8 fuhr ich mit meiner Gruppe (drei recht wortkarge Belgier, von denen 2 kein Spanisch sprechen) mit dem Auto zum Hafen von Nauta, von wo aus wir in einem Motor-Kanu weit in die Selva vorstiessen. Nachdeem wir das 3-Flusseck und damit den Anfang des Amazonas passiert hatten, kamen wir schliesslich an unserer Unterkunft an. Ein paar nicht grade luxoriöse, aber gemütliche Häuser, wie üblich auf Stelzen und mit Palendächern, ich eine Habitacion für mich alleine, Mückennetz am Bett und vor den Fenstern – was will man mehr im Dschungel?… einen Ventilator vielleicht, denn ich schwitze selbst 5 Minuten nach der erfrischenden Dusche schon wieder. Nach einem für mich eher kargen Mittagessen (da Fisch) packte unser Guia Augusto die Machete, wir Gummistiefel, und so stapften wir los in das grüne, von Vogelgeräuschen und Moskitosurren erfüllte Labyrinth. Neben ein paar Affen bekamen wir zB zu sehen, wie Ich trinke Wasser aus einer Baumwurzelman einfach ein Stück Wurzel eines bestimmten Baumes abhacken kann, um daraus kühles, klares Wasser zu trinken, zu hören, wie laut das Echo klingt (2km weit), wenn man mit der Machete gegen einen bestimmten, riesigen Baum schlägt, und zu fühlen, wie zahllose Termiten über die Hand krabbeln wenn man selbige auf ein Termitennest legt. Die tun nichts, sind im gegenteils sogar hilfreich, wenn man sie auf den Armen verreibt – als Mückenschutz. Trotzdem (und dem zusätzlichen Chemiezeug) war ich schnell durchstochen.
Wie das im Regenwald so ist, fing es etwas später an zu regnen, undzwar nicht nur ein bisschen… Schlauerweise hab ich nur 1 Hose mit, liege jetzt also in meinem Zimmer und warte, dass sie einigermassen trocknet, während der strömende Regen draussen sinnlose Tätigkeiten verhindert. Später am Abend gingen wir mit Taschenlampen ausgestattet nochmal raus, um die nachtaktive Tarantula (Vogelspinne) zu finden. Fanden allerdings nur eine Kleine, und eine, die schnell im Bauminneren verschwand. (Anmerkung: am nächsten Tag brachte Augusto kurz vorm Abendessen eine auf der Hand mit ins Esszimmer 😉 ). Als es wieder zu regnen anfing, zog ich schlauerweise schnell meijn Shirt aus und schützte es so vor der totalen Durchnässung. Warm genug für Oberkörperfrei war es ohnehin, und wenn es regnet, verschwindet auch der Hauptgrund für die viele Kleidung… die Moskitos 😉

29.11.2010, Irgendwo im Dschungel von Loreto

Pirañas und rosa Delfine
Typisches DschungelbildDer heutige Tag fand bisher grossteils auf den wichtigsten Verkehrsadern der Selva statt: den Flüssen. Um 5 Uhr früh aufgestanden schipperten wir los auf Kaimansuche… hatten leider keinj Glück. Dafür konnten wir aber bei sehr angenehmer Temperatur das Ufer betrachten. Nach dem Frühstück gingen wir mit Angeln ausgerüstet zum Piraña-fischen. Ich selbst zwar nicht, denn ich finde es sinnlos, Fische zu fangen, verletzen und zu töten wenn ich sie dann nicht aufesse. Die Belgier fingen aber ein paar der Viecher, die einem zwar wenn man sie doof anfasst ein Stücken vom Daumen abknabbern können, aber natürlich nicht so gefährlich sind wie im Hollywoodfilm. Bei schon mittäglicher Hitze hielten wir uns dann noch eine Weile im 3-Flusseck auf, wo wir die Flossdelphine beobachteten: und ja, ein paar von denen sind tatsächlich rosa. Nicht so Teeniemädchen-Scoutranzen-Pink natürlich, sondern mehr so europäische Hautfarbe, und auch das nicht gänzlich, sondern eher gescheckt. Aber trotzdem… funky 😉

Verloren im Dschungel
Ich vor der grünen WandEs wird langsam dunkel um uns rum. Die zahllosen Vögel zwitschern um uns irgendwo auf den Bäumen und Augusto, unser Guide, meint das Motorengeräusch käme aus dieser Richtung. Die eine Taschenlampe, die wir mithaben, neigt sich dem Ende zu und Ziki, der Bootjunge, antwortet auf unsere Rufe auch nicht. Die Belgier und ich schlagen vor, lieber einen sicheren Platz für die Nacht zu suchen statt sinnlos die Batterien zu verbrauchen und durchs dunkle Dikicht fern jeder Wege zu irren.
Wir waren nach dem Mittagessen nochmal Angeln gefahren und wollten eigentlich nur mit einem 40-Minuten Spaziergang die Zeit überbrücken, um dann vom Boot aus in der frühen Dämmerung Kaimane zu suchen. Inzwischen ist es weit nach 6 Uhr, hier in der Selva also schon längst dunkel, und ich überlege, ob es sich lohnt, in Panik auszubrechen. (Lohnt sich natürlich nicht.) Handy hat keiner mit, hätte eh nix gebracht da A kein Netz, B wen sollten wir schon anrufen. Wir haben nicht mal was zu trinken mit (wissen ja immerhin jetzt wie man aus Wurzeln trinkt) und ein kleeein wenig sehne ich mich nach Lima und meinem kleinen, sicheren Halle ;). Ich komm auf die schlaue Idee, mein Kameradisplay als Taschenlampenersatz zu benutzen.
Nassgeschwitzt, KO und nach mehrerem Stolpern sehen wir schliesslich zwischen den Glühwürmchen die Taschenlampe von Ziki. Was für eine Erleichterung… zusammen laufen wir nochmal so ewig bis zum Boot und von da aus brauchen wir nochmal so lange zurück zur Unterkunft, dass ich mich schon frage, ob wir schon wieder orientierungslos sind. Um 20:30 kommen wir endlich wieder an. Augusto behauptet später, das sei doch abenteuerlich gewesen und ich bin mir nicht ganz sicher, ob er nur nicht zugeben will, sicher verlaufen zu haben, oder ob es tatsächlich „Show“ war… falls ja ist er ein seehr guter Schauspieler… Wie auch immer, abenteuerlich war es tatsächlich.

30.11.10, Irgendwo im Dschungel von Loreto

Peruanische Zuverlässigkeit – im Dschungel
Nachdem wir gestern unseren tollen Trip hinter uns hatten, wear ich heute ganz zufrieden mit dem Plan, nach dem Frühstück ein bisschen auf Affensuche durch den Wald in der Nähe der Herberge zu gehen, etwa anderthalb Stunden bis zum anderen Fluss, wo uns Ziki dann bereits mit dem Boot erwarten sollte. Nach dem von mücken begleiteten Weg, wo wir zwar nur seltenst Affen sahen, dafür aber über Baumstammbrücken kletterten und jede Menge anderes Getier sahen, kamen wir am ausgemachten Ziel an, doch Ziki war nicht da. Wir warteten gut eine halbe Stunde, beschäftigten uns anderweitig und gingen dann den Fluss entlang in seine Richtung. Immer wenn ein Boot zu hören war, rannte Augusto hinunter zum Fluss, um dann festzustellen, dass es ein anderes war. Über eine Stunde später kam er schliesslich, ich hatte ehrlich gesagt kein Bock mir seine Erklärung anzuhören, und war nur froh nicht wieder alles zurücklaufen zu müssen =)
Nach Dusche, Mittagessen und einem Gespräch mit einer grade angekommenen Neuseeländerin (mit der ich in einer halben Stunde wohl mehr geredet hab als in 3 Tagen mit den Belgiern) ging es per Boot (und Auto) zurück nach Iquitos. War ja wirklich ganz interessant der Trip, aber die Hitze und die Mücken nerven schon ein bisschen. Bin dann wohl doch eher der Anden-Typ. Hier in Iquitos bleiben mir jetzt noch zwei volle Tage für die Umgebung und die Stadt selbst, und dann geht es nochmals, wenn auch nur noch für recht kurze Zeit, zurück in mein liebgewonnenes Lima!

1.12.10, Irgendwo im Dschungel von Loreto / Iquitos

PS: Fotos gibts dann im nächsten Beitrag hochgeladen!

Dschungelwetter

Dschungelwetter

Clase en la Kalle: Jesusmaria
Das barrio, das von allen immer als konservatives, gemächliches, alte-Leute-Mittelstandesviertel abgestempelt wird und in dem ich zufällig lebe, hatte auch bei mir bisher mit diesem Vorurteil zu kämpfen. Unterstützt durch die Tatsache, dass in der Urbanizacion San Felipe tatsächlich nicht viel los ist… Bars findet man gar nicht, das nächste Kino erst im nächsten Viertel, dafür gleich um die Ecke vom japanischen Botschafts-Hochsicherheitstrakt das „Casa de Mayores“ (Haus der Älteren“)… Und so hatte ich bis gestern auch noch nicht den Ansporn, mich doch wirklich mal ein wenig umzugucken… und fand, gestern, kaum was Neues. Meist ruhige Mittelschichtsstrassen, hier und da ein Miniladen, eine Gemeinde oder ein abgelegenes Ministerium, eine Schule und diverse Parks. Eben so langweilig, wie ich es schon kannte. Jeute jkedoch war ich mit Benni und Francisco beim Mercado Jesusmaria, der aus irgendeinemgrund völlig an mir vorbeigegangen ist. Mehrere cuadras voller Klamottenläden, Technikgeschäfte, eine ganze Marktholle voll Cevicherias und Saftläden, direkt daneben eine vorzügliche Dulceria (wo´s viele Desserts gibt 😉 ), eine Plaza mit gotischer Kirche und einem mit Menschen gefüllten und kostenlosen Wi-Fi ausgestattetem Park. Zwei Strassen weiter das Casa de la Juventud (Jugendhaus) mit Bühne auf der Strasse und jungen Skatern, die Sonne scheint, ich trinke Chicha Morada und der Barrio-Slogan „Positivo“ scheint gar nicht so weit hergeholt. Vielleicht muss ich das bisherige Klischeebild einfach auf San Felipe einschränken… als ich zurückkomme, ist der Himmel wieder bewölkt und die Strasse voll alter Leute 😉

27.11.10

PS: Von Freitag mal noch der Poetry Slam hier:

Dschungelwetter: Iquitos
Schon bei der Ankunft schlägt mir die angeblich nur 4º wärmere, aber 1000 mal schwülere Luft entgegen, als ich um 7 Uhr abends aus dem Flieger steige. Ich bin gerade beim Gepäckband angekommen und schwitze schon mehr als ich es in 3 Monaten Lima getan habe. Abkühlung ist nicht, selbst nachdem es während der Mototaxifahrt ins Zentrum etwa 15 Minuten aus Kübeln anfängt zu regnen. Carajo, jetzt weiss ich warum es in Lima nie regnet – da ist nichts mehr übrig, nachdem alles in Iquitos verbraucht wurde!
Ich suchte mir ein hostel (Hobo Hideout 😉 ), was zu Essen und eine Dschungeltour für morgen, mnit der ich dann drei Tage lang durch die Selva (Dschungel) touren werde. Also nicht wundern, da gibt es kein Internet 😉 .

28.11.10

Österreich im Dschungel

Österreich im Dschungel

Haus Köhel in PozuzoDie kleine Ziegeldachkirche auf der Plaza Mayor, die holzgeschnitzten Verandas über dem „kleinen Kaffeehaus“, die Unterkunft im „Haus Köhel“ und schliesslich das (vorzügliche) Wiener Schnitzel im „Gasthaus Tiroler Adler“… ja, ich bin immernoch in Peru.
Heute früh um 6 sind wir mit einem der üblichen Combis von Oxapampa aus losgefahren, und gute 2 1/2 Stunden am Fluss entlang durch den Dschungel und auf atemberaubend engen Hangpfaden neben dem Canzon über die Strase überquerende Bäche gefahren (einmal fast stecken geblieben). Und dann sieht man plötzlich grün bewaldete Hügel mit Kühen und Holzhütten und Dorfkirchen und fühlt sich wie in Österreich. Im peruanischen Dschungel. (Okay, nicht richtig tieeefer, virgin-Dschungel, aber trotzdem.) Im oben erwähnten Gasthaus assen wir dann Pozuciano-Wurst, Wiener Schnitzel, Kartoffelsalat, Yuca und frittierte Bananen, gefolgt von leckerem Bananenstrudel (Äpfel gabs zur Ankunft der Siedler hier ja nicht…). Der Eigentümer, Señor Egg Gstir, dessen Urgrossvater Bruder des Koloniegründers war, unterhielt sich auf Castellano und tiroler Deutsch mit uns über seine Reise nach Österreich, das Buch, das er geschrieben hat und die Kolonie an sich.
Nach 1/2-Stunde Fussweg konnte ich mir auch das v.a. rheinisch besiedelte Prussia ansehen, dort scheint der Einwanderereinfluss aber nicht ganz so stark hängen geblieben zu sein wie im österreichischen Pozuzo – die Rheinländer haben sich offenbar mehr integriert und vermischt, weshalb jetzt von Prussia nicht sehr viel mehr übrig geblieben ist als das selbstgebraute Bier gleichen Namens und die Dorfkirche.
Haengebruecke PozuzoÜber eine zufällig entdeckte Hängebrücke wanderten wir später den Pilgerpfad zum gegenüberliegenden Hügel (kleine Pilgerstationen erzählen vom Leidensweg Christi – auf Deutsch) und einer hübschen kleinen Kapelle mit herrlicher AUssicht auf das erstaunlich kleine Pozuzo und die von Kühen besiedelten Weiden.
Enzos Bierbrauerei hatte abends leider nicht mehr geöffnet als wir das hauseigene Bier probieren wollten, und mussten deshalb andererorts mit Cuszueña vorlieb nehmen.
Artesania Der Wald
Heutige Höhepunkte: die Unterhaltung mit einem Pozucino italienischer Abstammung (!), heute 84-jähriger Schreiner mit fehlendem Zeigefinger, seinerzeit Anführer der Pozucinos im Kampf gegen den Sendero Luminoso und die staatliche Gegenkraft Morocos (die genauso grausam waren); und das Museo Schaffner, das wirklich interessant von der Geschichte der Kolonie erzählt – und die Kassiererin/Führung/vllt. auch Eigentümerin ist in Bayern geboren… Ein bisschen zu Denken hat mir die Erzählung gegeben, dass ihre Familie kurz nach dem 2. Weltkrieg ausgewandert ist – natürlich kann ich das nicht wissen, aber was wäre wohl einer der plausibelsten Gründe, genau dann schnell in eine deutsche Kolonie auszuwandern, mit dem Vorsatz, dort ein bisschen „frisches Blut“ anzusiedeln…?
Mit dem abenteuerlichen Micro ging es zurück nach Oxapampa, von wo es dann morgen über La Merced zurück nach Lima geht… schade, weils eine spannende Tour war, angenehm, weil ich mich dann doch irgendwie an das Klima Limas gewöhnt habe 😉

20.9.2010, Pozuzo / Oxapampa

Die Sekte ist überall / Dschungel

Die Sekte ist überall / Dschungel

Die Sekte ist überall
„Hey Chicos!“ spricht uns (Nadja und mich, die wir über den Campus schlendern) eine Studentin an. Ich denke erst, es ist jemand von den Internationalen, die ich nicht wiedererkenne (ist mir schon passiert), aber nein. „Kennt ihr AIESEC?“ ….aaaaah, die Sekte ist überall!!! 😀
Für alle, die nicht wissen, wovon ich rede(weil sie Christian nicht kennen) – AIESEC ist eine Internationale Organisation für Praktika etc., vor allem an Unis vertreten (u.a. auch in Halle – und eben in Lima). Wer ein paar AIESECer kenntm weiss auch was ich meine, wenn ich von der Sekte spreche. Nichts für ungut Christian, aber dass die doch sehr bindend integrierende Organisation mit seinen Vice-Pres., und Kassenverwaltern ist manchmal um fürchten 😉
Naja, wie auch immer, die machen hier am 30.9. irgendein internationales Fest und da hat sie uns internationale Gringos doch einfach mal zu eingeladen. Hmm, mal schaun ob ich da hingehe. Wenn ich nach dem 30.9. igrgendwie komisch bin und euch zum Beitritt bekehren will, holt einen Sektenberater.
Ansonsten habe ich gestern erstmals die Unibibliothek genutzt, um für mein Referat/Hausarbeit über die Urbanisierung in Sao Paulo und Quito zu recherchieren. Das war ein wenig ungewohnt. Man hat als Studi selbst keinen direkten Zugriff auf die Bücherregale, sondern muss die Bücher vorher über die elektronischen Verzeichnisse (vor Ort ) anfragen, und nach Angabe von Namen und Bibo-nbummer wird man dann im Lesesaal irgendwann aufgerufen, kann di8e Bücher vor Ort lesen/kopieren und gibt sie dann wieder zurück. Naja, andere Länder, andere Bibliothekssysteme.
Die „rural“-Klasse fiel einfach mal aus (nachdem ich den halben Tag darauf gewartet habe…!) weil der Prof einfach nicht kam. Dafür hab ich mich ganz gut mit ein paar Kommilitonen unterhalten, Karten gespielt und anschliessend mit den Leuten um Sokrates (ja, iust ein Spitzname) bei einem von ihnen zu Hause einen zuvor gekauften Pisco geleert, während wir uns über Politik, Homosexualität und Musik unterhileten.
Anschliessend war ich dann auf eine SMS von Benni hin bei Anahi in der San-Miguel-WG, wo es zur Feier der mexikanischen Unabhängigkeit lecker Essen und Pseudo-Huhn prügeln gab. Sehr lustiger Abend.

16.9.2010, Lima

Dschungel
Der Lärm von zahllosen Kleintieren übertrifft jeden Tinnitus, der Urin von Heuschrecken tröpfelt wie kleine Regentropfen auf die Haut. Riesige Bananenblätter hängen über dem Pfad, der immer wieder von kleinen Wasserfällen und Bächen unterbrochen wird. Ein Strom von Ameisen transportiert zahllose Blätter neben meinen Füssen zu ihrem Bau und der Schweiss vermischt sich mit der 86%-feuchten Luft. Ich bin in der Selva.

Wie bin ich hier hergekommen? Nun ja, das mit Donnerstag losfahren wurde natürlich nichts, da Katty und ich erst um 11 Uhr am Terminal waren, wo nichts mehr in die Selva (den Dschungel) fährt. Eisenbahn kreuzt Strasse in AndenAm Freitag früh fuhren wir dann zu einem (anderen und billigeren) Terminal und konnten schliesslich endlich um 12 Uhr losfahren. Der Vorteil der verzögerten Abfahrt war eindeutig die herrliche Aussicht auf der Fahrt durch die Anden (mit Blick auf die Huancayo-Bahn, die ich unbedingt mal ausprobieren muss). gegen Abend in La Merced angekommen, suchten wir uns eine günstige Unterkunft und assen zur cena Schwein mit Reis und Bananen. Die gibt es hier nämlich überall. Das Klima hier ist unglaublich – gestern Abend bei Ankunft war 25 Grad Celsius, jetzt um einiges mehr, dazu auch noch schwül wie sonst was… ich schwitze mich tot. Heute ging es dann in den oben erwähnten Dschungel.
Gondel nach KituWir sind aus La Merced raus zum nahegelegenen Kitu gefahren, den Fluss dorthin überquerten wir mit einer von 2 Männern an einem Drahtseil entlanggezogenen Seilbahngondel, nachdem wir sie erfolgreich auf unsere Seite gerufen hatten – durch das schlagen eines Kupferplattenpendels gegen die Mauer, was laut und weit klingt.
Monique Galaxis an der Lagune KituAuf der anderen Seite angekommen gingen wir in der herrlich schönen Lagune schwimmen und folgten der Einladung dreier Jugendlicher (von denen eine ein Touri-Guide war, uns aber nichts berechnete) an, sie zum 20 min entfernten Wasserfall zu begleiten (siehe Beschreibung oben 😉 ). Wirklich beeindruckend das Ganze, aber wie der Seilbahnchauffeur (ursprünglich aus Barranco, hier für ein Waisenhaus arbeitend, an welches das Geld der Paisaje geht) will ich aber dann doch nicht 😉
Abends nahmen wir dann einen überteuerten Micro nach Oxapampa. Eigentlich wollten wir direkt nach Pozuzo (siehe kommender Eintrag) weiter, dorthin fahren aber nur morgens Busse. Wohl oder übel suchten wir uns also dort ein Hostal, um am nächsten Morgen um 6:00 früh nach Pozuzo aufzubrechen. Die deutschen Einwanderer in der Gegend haben übrigens auch hier ihre Spuren hinterlassen: die Frauen haben deutlich mitteleuropäischere Gesichtszüge, und in einem Geschäft nahe der bayrisch geschmückten Bar gibt es holländischen Käse der ortsansässigen Marke „Floralp“…

18.9.2010, La Merced / Oxapampa