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Schlagwort: Dschungel

Neujahr auf Schwarzem Sand

Neujahr auf Schwarzem Sand

Abschied von Cali / Im Regen zum Strand
So, viel gibt es nachzuholen seit meinem letzten Eintrag, also werde ich mich kurz fassen. In Cali verbrachten wir den vorletzten TagSalsatänzerInnen beim Encuentro mit einem „Encuentro de Bailarines y Bailantes“ mit fantastischen Salsa-TänzerInnen zum bewundern auf einer OpenAir-Bühne unter strahlener Sonne. Abends waren wir dann noch bei einem echt aussergewöhnlichen Konzert der Band von Oscar (den wir beim Eröffnungskonzert kennengelernt hatten – ein etwas älterer Allround-Künstler): den Manison-Brothers. In einem heruntergekommenen Untergrund-Schuppen in San Antonio, 10 Lukas eintritt – sehr gut investiert! Die Band spielte eine krasse Mischung aus Hip Hop, Balken, Salsa und irgendwas jazzigem und die ihr direkt gegenüberstehenden Zuhörer feierten einfach mal bis spät in die Nacht diese Musik. Heute (siehe Datum) früh sind wir dann in Richtung Pazifik aufgebrochen und kamen 4 Stunden später in Buenaventura an. Bei Tag gesehen: was für ein hässlicher Ort. Bei Nacht: hab ich mich nicht getraut… 🙂 Wir kamen leider kurz nach Abfahrt des Bootes an und mussten so noch bis 4 Uhr dort rumgammeln, bevor wir nach Juanchaco fuhren – im Regen. Das war natürlich nicht so angenehm, und wir schützten uns notdürftig mit Plastikfolien, konnten so aber nur begrenzt die schöne Pazifikaussicht geniessen. Von Juanchaco ging es per Traktor (mit Anhänger… das hiesige Transportmittel der Wahl= für 2000 Pesos nach Ladrilleros und endlich hatten wir unser Ziel erreicht. Wir landeten schliesslich in einer Cabaña (sowas wie ein Bungalow) für grade mal 13000 pro Nase (2000 ist 1$) mi9t Mückennetzen und nah am Strand – wir fühlten uns richtig wohl. Nach einer hervorragenden Cena (wenn ihr mal da seit: geht zu Alicia!!!) war es schon spät, dass wir nicht mehr dazu kamen, zum Strand selbst kamen, das sollte die Überraschung für den nächsten Tag bleiben…

29.12.2010, Ladrilleros, Kolumbien

Schwarzer Sand
Schwarzer SandWir sitzen natürlich nicht im Schlamm vorm Meer, auch wenn es auf den Fotos so aussehen mag – der Strand besteht tatsächlich aus schwarzem Sand. Anfangs war ich recht enttäuscht, als wir von unserer Cabaña kommend am verdreckten Ministrand mit für 5000 Pesos vermieteten Plastikstühlen ankamen. Das hatte ich mir nach Oscars Schwärmereien anders vorgestellt. Immerhin entdeckte Wiebk jedoch in der Bucht nebenan einen zwar noch kleineren und in der Nähe eines Abfallhaufen gelegenen, aber wenigestens menschenleeren und handtuch-trockenen Strand, wo wir unsere Tücher ausbreiteten – und solang man nicht nach hinten guckt, ist das toll. Was fehlte, war die Ebbe – die schuf, als sie dann kam, einen immer grösser werdenden Strand, der die einzelnen Buchten miteinander verband, so dass wir von unserem Eckchen eine halbe Stunde bis zu einem riesigen, helleren Strand laufen konnten, an dem die dortigen Holzhütten jedoch seltsamerweise wie nach einem Sturm verlassen aussahen – die Hochseason beginnt eben erst am 3.1. …
Heute kam dann ein besonderes Ereignis. Darwin am Anfang der PiscinaNur wir drei, unser cooler Guia Darwín und der Dschungelsound – und vor uns die vollkommen natürliche Piscina (Becken) aus klarstem Flusswasser: was für ein Paradies. Der Grund besteht aus einem einzigen, gigantischen Fels, und unter dem Wasserfall lädt ein 3 Meter tiefes Becken zum vom-Fels-springen ein. Um die Piscina herum wächst die grünste Dschungelumgebung und vom weichen Stein kratzen wir schlammartige Konsistenz, die unsere Sonnenbrände kühlt. Die grade mal 15 Lukas/Nase teure Tour hat sich definitiv gelohnt. Wir sind um 10 Uhr los, grade nachdem der morgendliche Niesel abgeklungen war, und paddelten mit unserem 4er Kanu den Fluss entland zu diesem herrlichen Ort. Wer in Ladrilleros ist und hier nicht hinkommt, hat wirklich was verpasst. Der anschliessende Besuch bei einer Indigena-Poblacion war zwar enttäuschend, da hauptsächlich ein Zwischenstopp für Artesania – aber nach dem vorherigen Ausflug war ohnehin alles andere nebensächlich. Nach herrlichen gefüllten Kartoffeln klang der Abend wieder auf schwarzem Sand aus… diesmal jedoch im Schatten. Die Sonne ist fieser als man denkt, und ich hab mir natürlich doch nen Sonnenbrand geholt.
Ladrilleros' KüsteLadrilleros' Küste 2Ladrilleros' Küste 3

31.12.2010, Ladrilleros, Kolumbien

Neujahr
2011 hat angefangen – mit Meerblick. Okay, nicht ganz, ehrlich gesagt. Um 0:00 gestern abend (zumindest nach meiner Uhr) waren wir noch bei den Cabañas mit unserem tollen in Buenaventura gekauften Likör (fragt nicht was da alles drin ist), Aguadiente, Rum, dem britischen ersten Drummer von Razorlight Benji, seiner Gitarre und abgedrehten Versionen von „cheesy Popsongs“, Wiebkes ruhigen spanischen Songs und ein paar meiner Slamtexte, den beiden Berlinerinnen aus der Nachbarcabaña und zwischenzeitlich unser Guia Darwín und der Cabaña-Wächter Jesús. Ein sehr schöner Abend. Später gingen wir in die Rondell-Disko mit Blick aufs Meer – Wiebke konnte wegen ihres gestern veretzten Knöchels nicht tanzen, und so sassen sie, Jenny und ich erst mal ne Weile auf der Terassenmauer, schauten aufs Meer, wippten zu „Yo no sé mañana“ mit und genossen den klaren Sternenhimmel. Perfekt. Nachher gestellten Jenny und ich uns noch zu den anderen und unsere seltsam zusammengewürfelte Truppe tanzte die halbe Nacht durch.
Während die Ladrileños heute einfach mal weiterfeierten (gestern war das alte Jahr, heute muss das neue befeiert werden), chillten wir nochmal am Strand… wegen Wiebkes Fuss leider nicht am noch zu Fuss erreichbaren Barra-Strand (hinter dem oben erwähnten, verlassenen Strand), sondern wieder auf dem schwarz glitzernen Grund vor unserer Haustür…
Kann man ein schöneres Sylvester verlangen (ausser Wiebkes Fuss)? …kaum 😀
So viel dazu, ich hoffe ihr seit auch alle gut ins neue Jahr gekommen, wünsche euch viel Glück in 2011 und freue mich über jede Nachricht von euch!

1.1.11, Ladrilleros, Kolumbien

Iquitos

Iquitos

Pipintuasi und der Paradies-„See“
Wollten wir nicht alle schonmal vollkommen alleine an einem kleinen Sandstrand liegen, ein ruhiger See vor der Nase, Palmen, Grillenzirpen und Vogelgeräusche hinterm Rücken, blauer Himmel, strahlende Sonne, und das Anfang Dezember?
Ich will euch ja nicht neidisch machen, aber da bin ich grade. Okay, der Preis sind gigantische Mückenstiche, und ich weiss auch nicht wirklich, obes der See Corrientillo ist, oder doch eher der Rio Nanay, und ob das Gegenüber ne Insel oder eine Landzunge ist – die hin und ab vorbeikommenden Motorkanus sprechen eigentlich für letzteres. Egal 😉 Ich hatte mich von einem Mototaxi zum See bringen lassen, er liess mich allerdings an einem kleinen Seechen raus, das, wenn es wirklich Corientillo ist, längst nicht so toll ist wie im Lonely Planet beschrieben. Ich drehte ein paar Runden im rötlichen Wasser, wo man selbst am tiefsten Punkt grade bis zur Hüfte im Wasser steht, und entschloss mich dann, was Besseres zu suchen. Dem Weg folgend an der Universidad Nacional Amazonia Peruana vorbei (was für ein GEILER Campus=) ) fand ich dieses Goldstück. An den tatsächlichen, oben beschriebenen Strand kam ich zwar nur schwimmend, so dass ich zum Tagebuchschreiben zurück an den „Hafen“ musste. Wären nicht so viele Mücken, mein Hunger und die Frage wie ich zurück nach Iquitos komme, würde ich bis Sonnenuntergang hier bleiben…
Affe im Pipintuasi-ParkHeute vormittag war ich im Pipintuasi-Schmetterlingspark. Über Busfahrt nach Bellavista-Nanay (mit schickem hölzernen Mikro) und Bootsfahrt nach Padre Cocha erreichte ich schliesslich den Park. Durch bestes Dschungelgebiet (naja… mit Pfaden und sehr viel geordneter als die Selva virgen) teils mit und teils ohne Führung konnte ich nicht nur zahlreiche Schmetterlinger beobachten (die werden hier aufgezüchtet und dann in die Freiheit entlassen), frei durch die Gegend hüpfenden Affen folgen und die beiden Raubkatzen bewundern.

2.12.2010, Iquitos

Iquitos
An meinem letzten Tag hier in der Provinz Loreto habe ich mir endlich einmal Iquitos selbst angeguckt. Und war – schnell gelangweilt. Ich war um ca. 9 Uhr die „Prospero“ heruntergelaufen, fotografierte dabei ein paar Häuser, die noch aus Zeiten des Kautschuk-Booms mit teuren portugiesischen Kacheln verziert sind, und erreichte dann Belen. Belen ist zum einen der grösste Markt der Stadt, zum anderen das Armenviertel. Teils beides zusammen. Der Markt ist angesichts der Temperaturen noch unhygienischer als ich es hier schon gewohnt bin (wenn sogar schon die dort hängenden Hähnchen so stark riechen, fragt nicht nach dem Fisch!) – dabei war es vormittags dank konstantem Nieseln „verhältnismässig“ frisch. Das Stadtviertel erstreckt sich bis weit hinunter zum Fluss, voller bunter Baracken auf Stelzen, was sich im Lonely Planet noch ganz schön anhört… dass der Müll auf dem Boden schon festgetretener Teil der „Strasse“ selbst ist, steht da natürlich nicht. Weiter draussen liegt dann der „schwimmende“ Teil der Stadt, mit Häusern auf Flössen, die mit dem Fluss steigen/sinken. Ich hatte aber nicht mehr wirklich Lust, da mit einem Kanu hinzufahren, ich war so schon von der schwülen Hitze geschlaucht und entschloss mich umzukehren. Casa de HierroAm Malecon hoch, neben ein paar Kolonialhäusern vorbei bis zurück zur Plaza, wo sich auch das „Casa de Hierro“ (Eisenhaus) befindet. Wurde eins vom Monsieur Eiffel konstruiert und nach Iquitos importiert, als die Stadt durch Kautschuk offenbar zu viel Geld hatte. Ist aber nix besonderes drin – was sich eigentlich von der ganzen Stadt sagen lässt. Eintsprechend war nach einem weiteren kurzen Spaziergang zur Plaza 28 (sehr hässlich) und einem Mittagessen grade der halbe Tag um, doch die Stadtbesichtigung fertig…
Und da ich nach einem Mittagsschlaf immer noch so träge war, dass ich in der von Mototaxis lärmenden Stadt nichts anzufangen wusste, folgte ich einem weiteren Lonely-Planet-Tipp zum See Mapacocha bei Santo Tomás, etwa 45 Minuten von der Stadt entfernt. Der Lonely Planet schwärmt von tollen weissen Sandstränden bei niedrigem Wasserstand und zahllosen Einheimischen in den Bars um den See herum… Sonnenuntergang überm MapacochaTrotz SEHR tiefem Wasserstand (man kann überall stehen) ist der Sandstrandbereich keine 10 Meter breit, und ich bin so ziemlich der Einzige, der hier schwimmt, obwohl es Freitag ist. Egal, trotzdem gut erfrischt und endlich wieder fit, am Strand gechillt und Sonnenuntergang beobachtet, was will ich mich beschweren? 😉

3.12.2010, Iquitos

Verloren im Dschungel

Verloren im Dschungel

Wie man aus Baumwurzeln trinkt,
…Termiten als Mückenschutz benutzt oder im Dschungel verlorgengegangene Freunde mithilfe eines riesigen Baumes zu sich ruft, sind nur drei Punkte des heute (siehe Datum) gelerntes ;). Früh um 8 fuhr ich mit meiner Gruppe (drei recht wortkarge Belgier, von denen 2 kein Spanisch sprechen) mit dem Auto zum Hafen von Nauta, von wo aus wir in einem Motor-Kanu weit in die Selva vorstiessen. Nachdeem wir das 3-Flusseck und damit den Anfang des Amazonas passiert hatten, kamen wir schliesslich an unserer Unterkunft an. Ein paar nicht grade luxoriöse, aber gemütliche Häuser, wie üblich auf Stelzen und mit Palendächern, ich eine Habitacion für mich alleine, Mückennetz am Bett und vor den Fenstern – was will man mehr im Dschungel?… einen Ventilator vielleicht, denn ich schwitze selbst 5 Minuten nach der erfrischenden Dusche schon wieder. Nach einem für mich eher kargen Mittagessen (da Fisch) packte unser Guia Augusto die Machete, wir Gummistiefel, und so stapften wir los in das grüne, von Vogelgeräuschen und Moskitosurren erfüllte Labyrinth. Neben ein paar Affen bekamen wir zB zu sehen, wie Ich trinke Wasser aus einer Baumwurzelman einfach ein Stück Wurzel eines bestimmten Baumes abhacken kann, um daraus kühles, klares Wasser zu trinken, zu hören, wie laut das Echo klingt (2km weit), wenn man mit der Machete gegen einen bestimmten, riesigen Baum schlägt, und zu fühlen, wie zahllose Termiten über die Hand krabbeln wenn man selbige auf ein Termitennest legt. Die tun nichts, sind im gegenteils sogar hilfreich, wenn man sie auf den Armen verreibt – als Mückenschutz. Trotzdem (und dem zusätzlichen Chemiezeug) war ich schnell durchstochen.
Wie das im Regenwald so ist, fing es etwas später an zu regnen, undzwar nicht nur ein bisschen… Schlauerweise hab ich nur 1 Hose mit, liege jetzt also in meinem Zimmer und warte, dass sie einigermassen trocknet, während der strömende Regen draussen sinnlose Tätigkeiten verhindert. Später am Abend gingen wir mit Taschenlampen ausgestattet nochmal raus, um die nachtaktive Tarantula (Vogelspinne) zu finden. Fanden allerdings nur eine Kleine, und eine, die schnell im Bauminneren verschwand. (Anmerkung: am nächsten Tag brachte Augusto kurz vorm Abendessen eine auf der Hand mit ins Esszimmer 😉 ). Als es wieder zu regnen anfing, zog ich schlauerweise schnell meijn Shirt aus und schützte es so vor der totalen Durchnässung. Warm genug für Oberkörperfrei war es ohnehin, und wenn es regnet, verschwindet auch der Hauptgrund für die viele Kleidung… die Moskitos 😉

29.11.2010, Irgendwo im Dschungel von Loreto

Pirañas und rosa Delfine
Typisches DschungelbildDer heutige Tag fand bisher grossteils auf den wichtigsten Verkehrsadern der Selva statt: den Flüssen. Um 5 Uhr früh aufgestanden schipperten wir los auf Kaimansuche… hatten leider keinj Glück. Dafür konnten wir aber bei sehr angenehmer Temperatur das Ufer betrachten. Nach dem Frühstück gingen wir mit Angeln ausgerüstet zum Piraña-fischen. Ich selbst zwar nicht, denn ich finde es sinnlos, Fische zu fangen, verletzen und zu töten wenn ich sie dann nicht aufesse. Die Belgier fingen aber ein paar der Viecher, die einem zwar wenn man sie doof anfasst ein Stücken vom Daumen abknabbern können, aber natürlich nicht so gefährlich sind wie im Hollywoodfilm. Bei schon mittäglicher Hitze hielten wir uns dann noch eine Weile im 3-Flusseck auf, wo wir die Flossdelphine beobachteten: und ja, ein paar von denen sind tatsächlich rosa. Nicht so Teeniemädchen-Scoutranzen-Pink natürlich, sondern mehr so europäische Hautfarbe, und auch das nicht gänzlich, sondern eher gescheckt. Aber trotzdem… funky 😉

Verloren im Dschungel
Ich vor der grünen WandEs wird langsam dunkel um uns rum. Die zahllosen Vögel zwitschern um uns irgendwo auf den Bäumen und Augusto, unser Guide, meint das Motorengeräusch käme aus dieser Richtung. Die eine Taschenlampe, die wir mithaben, neigt sich dem Ende zu und Ziki, der Bootjunge, antwortet auf unsere Rufe auch nicht. Die Belgier und ich schlagen vor, lieber einen sicheren Platz für die Nacht zu suchen statt sinnlos die Batterien zu verbrauchen und durchs dunkle Dikicht fern jeder Wege zu irren.
Wir waren nach dem Mittagessen nochmal Angeln gefahren und wollten eigentlich nur mit einem 40-Minuten Spaziergang die Zeit überbrücken, um dann vom Boot aus in der frühen Dämmerung Kaimane zu suchen. Inzwischen ist es weit nach 6 Uhr, hier in der Selva also schon längst dunkel, und ich überlege, ob es sich lohnt, in Panik auszubrechen. (Lohnt sich natürlich nicht.) Handy hat keiner mit, hätte eh nix gebracht da A kein Netz, B wen sollten wir schon anrufen. Wir haben nicht mal was zu trinken mit (wissen ja immerhin jetzt wie man aus Wurzeln trinkt) und ein kleeein wenig sehne ich mich nach Lima und meinem kleinen, sicheren Halle ;). Ich komm auf die schlaue Idee, mein Kameradisplay als Taschenlampenersatz zu benutzen.
Nassgeschwitzt, KO und nach mehrerem Stolpern sehen wir schliesslich zwischen den Glühwürmchen die Taschenlampe von Ziki. Was für eine Erleichterung… zusammen laufen wir nochmal so ewig bis zum Boot und von da aus brauchen wir nochmal so lange zurück zur Unterkunft, dass ich mich schon frage, ob wir schon wieder orientierungslos sind. Um 20:30 kommen wir endlich wieder an. Augusto behauptet später, das sei doch abenteuerlich gewesen und ich bin mir nicht ganz sicher, ob er nur nicht zugeben will, sicher verlaufen zu haben, oder ob es tatsächlich „Show“ war… falls ja ist er ein seehr guter Schauspieler… Wie auch immer, abenteuerlich war es tatsächlich.

30.11.10, Irgendwo im Dschungel von Loreto

Peruanische Zuverlässigkeit – im Dschungel
Nachdem wir gestern unseren tollen Trip hinter uns hatten, wear ich heute ganz zufrieden mit dem Plan, nach dem Frühstück ein bisschen auf Affensuche durch den Wald in der Nähe der Herberge zu gehen, etwa anderthalb Stunden bis zum anderen Fluss, wo uns Ziki dann bereits mit dem Boot erwarten sollte. Nach dem von mücken begleiteten Weg, wo wir zwar nur seltenst Affen sahen, dafür aber über Baumstammbrücken kletterten und jede Menge anderes Getier sahen, kamen wir am ausgemachten Ziel an, doch Ziki war nicht da. Wir warteten gut eine halbe Stunde, beschäftigten uns anderweitig und gingen dann den Fluss entlang in seine Richtung. Immer wenn ein Boot zu hören war, rannte Augusto hinunter zum Fluss, um dann festzustellen, dass es ein anderes war. Über eine Stunde später kam er schliesslich, ich hatte ehrlich gesagt kein Bock mir seine Erklärung anzuhören, und war nur froh nicht wieder alles zurücklaufen zu müssen =)
Nach Dusche, Mittagessen und einem Gespräch mit einer grade angekommenen Neuseeländerin (mit der ich in einer halben Stunde wohl mehr geredet hab als in 3 Tagen mit den Belgiern) ging es per Boot (und Auto) zurück nach Iquitos. War ja wirklich ganz interessant der Trip, aber die Hitze und die Mücken nerven schon ein bisschen. Bin dann wohl doch eher der Anden-Typ. Hier in Iquitos bleiben mir jetzt noch zwei volle Tage für die Umgebung und die Stadt selbst, und dann geht es nochmals, wenn auch nur noch für recht kurze Zeit, zurück in mein liebgewonnenes Lima!

1.12.10, Irgendwo im Dschungel von Loreto / Iquitos

PS: Fotos gibts dann im nächsten Beitrag hochgeladen!

La Paz / Camino del muerte / Dia de los Muertos

La Paz / Camino del muerte / Dia de los Muertos

Zusatz zum letzten Beitrag:

Zwischen zwei Lichterwänden: La Paz
Als sich der vollbepackte Micro durch überfüllte Strassen von El Alto durch elenden Verkehr in Richtung Zentrum kämpfte, war ich ja ehrlich gesagt nicht so begeistert – aber jetzt sitze ich in einer lebendigen Stadt, die Strassen voller Backpacker, Strassenhändler und Bolivianos die es sich leisten können hier im (touristischen) Zentrum zu leben, und nach links und rechts blicke ich auf zwei Wände aus gelb-blau-weissen Lichtpunkten – da La Paz in einem Tal liegt, mit dem gutsituierten Zentrum so ziemlich genau in der Mitte, breiten sich die zahllosen Häuser der äusseren (ärmeren) Viertel auf beiden Seiten auf den Hügeln aus, so dass man abends auf eine vertikale Lichterwand blickt. Definitiv beeindruckend.
Nach einer 60 km/h Microfahrt samt Fähre von copacabana kam ich hier gegen 5PM in La Paz an, suchte mir ein für die hiesige Wirtschaft nicht allzu billiges Hostel (50Bolivianos – und das war schon das günstigste). Nach ein paar Vergleichen buchte ich dann in einem Reisebüro für 330 Bs. (eigentlich viel zu viel) die von vielen empfholene Biketour für morgen (siehe unten). Bei einem Schwenk über den Hexenmarkt (auf dem tatsächlich ganzjährlich Hexenutensilien wie Lamafüsse und jede Menge Talismane verkauft werden, der aber winzig und längst nicht so gruselig wie man es sich für einen Vor-Halloweenabend wünschen könnte) traf ich zufällig Mahesh wieder (den indischen US-Studenten von der Isla del Sol) und wir verabredeten uns für später am Abend im Pub. Bis dahin schaute ich mich ein bisschen in der dunkel werdenden Stadt um, von der grossen Kathedrale neben dem schick beleuchteten Präsidentenpalas bis zur Calle Comercio, wo (dem Namen gerecht werdend) zahlreiche Strassenhändler alles anbieten, was man sich vorstellen kann. Den Abend verbrachte ich dann mit Mahesh in der sehr gemütlichen „Blue Note“-Weinbar und wir redeten über Weltpolitik, Genderconstruction und die Wissenschaft, bis ich anfing auf englisch zu denken – sprachlich gesehen also nicht so gut 😉

30.10.10, La Paz, Bolivia

Camino del muerte/weisse Wand teil III / Affe auf der Schulter
es ist verdammt kalt, trotz dicker Klamotten, und die Strasse vor mir scheint abrupt im Nebel vor mir zu Enden – in Wirklichkeit biegt sie nur unerwartet scharf nach links ab. Vor mir liegen 3 Stunden „Camino del Muerte“ – der Weg des Todes. Die Füsse auf einem gemieteten Mountainbike, das mich von 4700 Metern bis auf 1400 heruntertragen soll. Angefangen auf Asphaltstrasse, fährt unsere 2-Personengruppe (sollten eigentlich 4 sein, aber zwei sind wegen Alkoholkater nicht gekommen… selbst schuld) von kalter Andenlandschaft mit kahlem Fels durch sich langsam wandelnde Landschaft auf Schotterpisten und schliesslich sogar Singletrack (für Lukas wahrscheinlich ein Kinderspiel 😉 ) bis in die von Grün pralle Dschungelumgebung am Yolosa-Fluss. Da wir nur zu zweit sind, müssen wir nicht auf Angsthasen warten und düsen in vollem Tempo die Piste runter, Camino del Muerteoft nur einen Schritt vom hunderte Meter tiefen Abgrund zur linken, unter kleinen Wasserfällen durch und, wie es sich gehört, über Steine hüpfend. Adrenalin pur. 3 schweissgetränkte Stunden später kommen wir in Yolosita an, und werden von da aus Touri- und Preisgemäss mit Auto zu einer Dschungellodge geschifft, wo wir in den Genuss von Swimmingpool, warmer Dusche und Buffet kommen – sonst wäre der Tag für mich wahrscheinlich auch um 13:00 Ankunftszeit gelaufen gewesen.
So war ich jedoch wieder fit und nahm nicht den Tourbus nach La Paz zurück, sondern stattdessen ein Collectivo ins nahegelegene Coroico und machte mich nach der obligatorischen Hostelsuche zu dem von Rick empfohlenen tierpark bei Yolosa auf. Und er hatte Recht – die 20 Bs für die Privatrundführung von einem der dort arbeitenden Freiwilligen (auch Australier) war es definitiv wert, schon wegen dem unglaublich süssen Spinnenaffen „Cacao“, der mich Ich mit dem Spinnenaffen Cacaogleich begrüssend an der Hand nahm und durch den Park schleppte, mir auf die Schulter und den Kopf kletterte und an meinem Arm schaukelte. Wenn ich nicht durch die Führung erfahren hätte, dass die verschiedenen Affen und Vögel hier früher illegal gehaltene (und entsprechend behandelte) Haustiere sind, würde ich mir so einen als selbiges wünschen. Es war jedenfalls definitiv eine tolle Erfahrung. Obwohl ich anschliessend sogar noch vor 6PM (letzter bus nach La Paz) wieder in Coroico war, blieb ich dort und nutzte die Zeit zum ruhigen durch den Ort schlendern und Dschungel-Anden bewundern, um am Montag früh um 6 den ersten Micro zurück in die Andenmetropole zu nehmen.

31.10.10, Coroico, Bolivia

La Paz
Der Bus fuhr schliesslich nicht um 6 ab, sondern find dann an, sich die Passagiere zusammenzusuchen – meine 15 Minuten Verspätung waren also leicht naiv, weil wir eh erst um 7:20 losfuhren. Zurück in La Paz checkte ich der Einfachheit halber wieder ins Hostal verano ein und ging bei der Reiseagentur meine CD mit Biketourfotos von gestern abholen. Unterwegs traf ich – wieder zufällig – Mahesh, mit dem ich dann mal eben indisch essen ging. Während er anschliessend seine mails checken ging, nutzte ich die Zeit für das Kokamuseum (sehr interessant v.a. in Bezug auf den Unterschied zwischen Koka und Kokain, und Aspekte wie die Tatsache, dass Kokainproduktion zu medizin. Zwecken seitens der UN in den USA, Deutschland Frankreich u.ä. erlaubt ist, während Peru & Bolivien stets als Drogenproduzenten abgestempelt werden, obwohl der Grossteil des Koka hier nicht zu diesem Zweck weiterverarbeitet wird – 50% der Kokainkonsumenten finden sich übrigens in den USA) und einen Spaziergang durch die mit Kolonialhäusern gefüllte Calle Jaén, Legislationspalast von La Pazund traf mich anschliessend wieder mit ihm an der Plaza Murillo (wo auch die oben beschriebene Kathedrale steht), von wo aus wir zusammen ins Museum für Ethnologie und Textilien gingen. Im ersten (textil-)raum bereute ich fast die 15 Bs Eintritt für 1h Museum (wegen vorzeitiger Schliessung durch Bauarbeiten), in den folgenden Räumen für Masken, Selva-Federschmuck und sogar moderne Skulpturen zahlten sich dann aber doch aus. Ebenso das später besuchte Museo de Arte Contemporanea mit einigen richtig beeindruckenden Kunstwerken.
Nachmittags schlenderte ich dann noch durch den (einzigen) Park La Paz‘, La Paz Skylineein riesiges Ding auf der linken Hangseite hinauf mit fantastischer Aussicht auf die Skyline der Andenstadt. Abends traf ich mich noch mit Jaqheline, einer Freundin von benni, der mir einen Brief für sie mitgegeben hatte, und so plauderten wir bei Anticucho und papa Huancayna über lateinamerikanische Filme, freie Radiosender und verlorene Kameras… Abends gabs dann noch kubanische Livemusik im „Sol y Luna“… da wurden Erinnerungen wach ;D . Würde bei der Gelegenheit ja gerne auf Torbens Blog verweisen, aber der hat ja keinen.

1.11.10, La Paz, Bolivia

Dia de los Muertes in Cusco
Auf dem verwinkelten Schubladen-Friedhof tummeln sich underte Menschen, die die spontan auf dem Vorplatz gekauften Blumen, Fotos und kleine Replikationen von Cusqueño- und Inkacola-Flaschen in die Schaukästen der Gräber ihrer Verwandten stellen, die Gräber mit Musik beschallen, auf die übliche Weise Bierbecher herumreichen (obwohl am friedhofseingang Polizei kontrolliert, ob Alkohol reingebracht wird) und leeren und jungen mönchen und Priestern ein paar Sol in die Hand drücken, damit dieser die Grabkästen mit „heiligem Wasser“ aus der Plastikflasche besprenkelt. Kinder sitzen auf überdimensionierten Grabsteinen, Omas & Opas plaudern mit den Nachbarn und die Männer betrinken sich (natürlich). Weinen tut keiner. Das ist der Dia de los Muertos, der sich hier über den 1. und 2. November erstreckt. (In La Paz ist der 1. für die toten Kinder, der 2. für die Erwachsenen, hier in cusco ist der 1. für die Lebenden, der 2. für die Toten.) – von unserem Allerheiligen hat das wenig.
Falls die Frage aufkommt, warum ich Cusco erwähne – da bin ich grade, da mein Flug von La Paz nach Lima mir hier 1 Tag Zwischenstop gewährt. Den nutzte ich neben dem Friedhofsbesuch für einen Ausflug zur Inkafestung Saqsayhuaman – hatte ich letzte Mal ausgelassen, weil eigentlich nur mit dem teuren Boleto turistico zugänglich – es sei denn, man betritt das weitläufige Gelände von einem Feldweg statt von der Haupt-Touristenstrasse. Neben einem Ausblick auf ganz Cusco kann man durch die Zickzackmauern der Festung laufen, Inkaarchitektur bewundern und (vergeblich) versuchen, die riesigen Steine hochzuklettern. Der besuch des Museum für präkolumbine Kunst war weniger bemerkenswert. den Abend verbrachte ich dann bei der Familie Zuñiga (nein, sind weder Chilenen noch mit Robin verwandt), die mir Mahesh empfholen hatte – sie haben zwei hübsche Zimmer für 30 S/ samt Frühstück, und sind sehr nett und hilfsbereit, so dass ich so ziemlich den ganzen Abend bei einem Matte mit der Eigentümerin Karina redete – wer also mal nach Cusco fährt, das ist definitiv eine lohnende Unterkunft, fragt mich nach der Adresse!

2.11.10, Cusco

…heute früh gings dann per Peruvian Airlines zurück nach Lima und zum „Alltag“… und ich kann mittlerweile tatsächlich sagen, „nach Hause zu fahren“ – Bolivien war toll, aber Peru wird mir mehr fehlen 😉

Österreich im Dschungel

Österreich im Dschungel

Haus Köhel in PozuzoDie kleine Ziegeldachkirche auf der Plaza Mayor, die holzgeschnitzten Verandas über dem „kleinen Kaffeehaus“, die Unterkunft im „Haus Köhel“ und schliesslich das (vorzügliche) Wiener Schnitzel im „Gasthaus Tiroler Adler“… ja, ich bin immernoch in Peru.
Heute früh um 6 sind wir mit einem der üblichen Combis von Oxapampa aus losgefahren, und gute 2 1/2 Stunden am Fluss entlang durch den Dschungel und auf atemberaubend engen Hangpfaden neben dem Canzon über die Strase überquerende Bäche gefahren (einmal fast stecken geblieben). Und dann sieht man plötzlich grün bewaldete Hügel mit Kühen und Holzhütten und Dorfkirchen und fühlt sich wie in Österreich. Im peruanischen Dschungel. (Okay, nicht richtig tieeefer, virgin-Dschungel, aber trotzdem.) Im oben erwähnten Gasthaus assen wir dann Pozuciano-Wurst, Wiener Schnitzel, Kartoffelsalat, Yuca und frittierte Bananen, gefolgt von leckerem Bananenstrudel (Äpfel gabs zur Ankunft der Siedler hier ja nicht…). Der Eigentümer, Señor Egg Gstir, dessen Urgrossvater Bruder des Koloniegründers war, unterhielt sich auf Castellano und tiroler Deutsch mit uns über seine Reise nach Österreich, das Buch, das er geschrieben hat und die Kolonie an sich.
Nach 1/2-Stunde Fussweg konnte ich mir auch das v.a. rheinisch besiedelte Prussia ansehen, dort scheint der Einwanderereinfluss aber nicht ganz so stark hängen geblieben zu sein wie im österreichischen Pozuzo – die Rheinländer haben sich offenbar mehr integriert und vermischt, weshalb jetzt von Prussia nicht sehr viel mehr übrig geblieben ist als das selbstgebraute Bier gleichen Namens und die Dorfkirche.
Haengebruecke PozuzoÜber eine zufällig entdeckte Hängebrücke wanderten wir später den Pilgerpfad zum gegenüberliegenden Hügel (kleine Pilgerstationen erzählen vom Leidensweg Christi – auf Deutsch) und einer hübschen kleinen Kapelle mit herrlicher AUssicht auf das erstaunlich kleine Pozuzo und die von Kühen besiedelten Weiden.
Enzos Bierbrauerei hatte abends leider nicht mehr geöffnet als wir das hauseigene Bier probieren wollten, und mussten deshalb andererorts mit Cuszueña vorlieb nehmen.
Artesania Der Wald
Heutige Höhepunkte: die Unterhaltung mit einem Pozucino italienischer Abstammung (!), heute 84-jähriger Schreiner mit fehlendem Zeigefinger, seinerzeit Anführer der Pozucinos im Kampf gegen den Sendero Luminoso und die staatliche Gegenkraft Morocos (die genauso grausam waren); und das Museo Schaffner, das wirklich interessant von der Geschichte der Kolonie erzählt – und die Kassiererin/Führung/vllt. auch Eigentümerin ist in Bayern geboren… Ein bisschen zu Denken hat mir die Erzählung gegeben, dass ihre Familie kurz nach dem 2. Weltkrieg ausgewandert ist – natürlich kann ich das nicht wissen, aber was wäre wohl einer der plausibelsten Gründe, genau dann schnell in eine deutsche Kolonie auszuwandern, mit dem Vorsatz, dort ein bisschen „frisches Blut“ anzusiedeln…?
Mit dem abenteuerlichen Micro ging es zurück nach Oxapampa, von wo es dann morgen über La Merced zurück nach Lima geht… schade, weils eine spannende Tour war, angenehm, weil ich mich dann doch irgendwie an das Klima Limas gewöhnt habe 😉

20.9.2010, Pozuzo / Oxapampa

Die Sekte ist überall / Dschungel

Die Sekte ist überall / Dschungel

Die Sekte ist überall
„Hey Chicos!“ spricht uns (Nadja und mich, die wir über den Campus schlendern) eine Studentin an. Ich denke erst, es ist jemand von den Internationalen, die ich nicht wiedererkenne (ist mir schon passiert), aber nein. „Kennt ihr AIESEC?“ ….aaaaah, die Sekte ist überall!!! 😀
Für alle, die nicht wissen, wovon ich rede(weil sie Christian nicht kennen) – AIESEC ist eine Internationale Organisation für Praktika etc., vor allem an Unis vertreten (u.a. auch in Halle – und eben in Lima). Wer ein paar AIESECer kenntm weiss auch was ich meine, wenn ich von der Sekte spreche. Nichts für ungut Christian, aber dass die doch sehr bindend integrierende Organisation mit seinen Vice-Pres., und Kassenverwaltern ist manchmal um fürchten 😉
Naja, wie auch immer, die machen hier am 30.9. irgendein internationales Fest und da hat sie uns internationale Gringos doch einfach mal zu eingeladen. Hmm, mal schaun ob ich da hingehe. Wenn ich nach dem 30.9. igrgendwie komisch bin und euch zum Beitritt bekehren will, holt einen Sektenberater.
Ansonsten habe ich gestern erstmals die Unibibliothek genutzt, um für mein Referat/Hausarbeit über die Urbanisierung in Sao Paulo und Quito zu recherchieren. Das war ein wenig ungewohnt. Man hat als Studi selbst keinen direkten Zugriff auf die Bücherregale, sondern muss die Bücher vorher über die elektronischen Verzeichnisse (vor Ort ) anfragen, und nach Angabe von Namen und Bibo-nbummer wird man dann im Lesesaal irgendwann aufgerufen, kann di8e Bücher vor Ort lesen/kopieren und gibt sie dann wieder zurück. Naja, andere Länder, andere Bibliothekssysteme.
Die „rural“-Klasse fiel einfach mal aus (nachdem ich den halben Tag darauf gewartet habe…!) weil der Prof einfach nicht kam. Dafür hab ich mich ganz gut mit ein paar Kommilitonen unterhalten, Karten gespielt und anschliessend mit den Leuten um Sokrates (ja, iust ein Spitzname) bei einem von ihnen zu Hause einen zuvor gekauften Pisco geleert, während wir uns über Politik, Homosexualität und Musik unterhileten.
Anschliessend war ich dann auf eine SMS von Benni hin bei Anahi in der San-Miguel-WG, wo es zur Feier der mexikanischen Unabhängigkeit lecker Essen und Pseudo-Huhn prügeln gab. Sehr lustiger Abend.

16.9.2010, Lima

Dschungel
Der Lärm von zahllosen Kleintieren übertrifft jeden Tinnitus, der Urin von Heuschrecken tröpfelt wie kleine Regentropfen auf die Haut. Riesige Bananenblätter hängen über dem Pfad, der immer wieder von kleinen Wasserfällen und Bächen unterbrochen wird. Ein Strom von Ameisen transportiert zahllose Blätter neben meinen Füssen zu ihrem Bau und der Schweiss vermischt sich mit der 86%-feuchten Luft. Ich bin in der Selva.

Wie bin ich hier hergekommen? Nun ja, das mit Donnerstag losfahren wurde natürlich nichts, da Katty und ich erst um 11 Uhr am Terminal waren, wo nichts mehr in die Selva (den Dschungel) fährt. Eisenbahn kreuzt Strasse in AndenAm Freitag früh fuhren wir dann zu einem (anderen und billigeren) Terminal und konnten schliesslich endlich um 12 Uhr losfahren. Der Vorteil der verzögerten Abfahrt war eindeutig die herrliche Aussicht auf der Fahrt durch die Anden (mit Blick auf die Huancayo-Bahn, die ich unbedingt mal ausprobieren muss). gegen Abend in La Merced angekommen, suchten wir uns eine günstige Unterkunft und assen zur cena Schwein mit Reis und Bananen. Die gibt es hier nämlich überall. Das Klima hier ist unglaublich – gestern Abend bei Ankunft war 25 Grad Celsius, jetzt um einiges mehr, dazu auch noch schwül wie sonst was… ich schwitze mich tot. Heute ging es dann in den oben erwähnten Dschungel.
Gondel nach KituWir sind aus La Merced raus zum nahegelegenen Kitu gefahren, den Fluss dorthin überquerten wir mit einer von 2 Männern an einem Drahtseil entlanggezogenen Seilbahngondel, nachdem wir sie erfolgreich auf unsere Seite gerufen hatten – durch das schlagen eines Kupferplattenpendels gegen die Mauer, was laut und weit klingt.
Monique Galaxis an der Lagune KituAuf der anderen Seite angekommen gingen wir in der herrlich schönen Lagune schwimmen und folgten der Einladung dreier Jugendlicher (von denen eine ein Touri-Guide war, uns aber nichts berechnete) an, sie zum 20 min entfernten Wasserfall zu begleiten (siehe Beschreibung oben 😉 ). Wirklich beeindruckend das Ganze, aber wie der Seilbahnchauffeur (ursprünglich aus Barranco, hier für ein Waisenhaus arbeitend, an welches das Geld der Paisaje geht) will ich aber dann doch nicht 😉
Abends nahmen wir dann einen überteuerten Micro nach Oxapampa. Eigentlich wollten wir direkt nach Pozuzo (siehe kommender Eintrag) weiter, dorthin fahren aber nur morgens Busse. Wohl oder übel suchten wir uns also dort ein Hostal, um am nächsten Morgen um 6:00 früh nach Pozuzo aufzubrechen. Die deutschen Einwanderer in der Gegend haben übrigens auch hier ihre Spuren hinterlassen: die Frauen haben deutlich mitteleuropäischere Gesichtszüge, und in einem Geschäft nahe der bayrisch geschmückten Bar gibt es holländischen Käse der ortsansässigen Marke „Floralp“…

18.9.2010, La Merced / Oxapampa