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Schlagwort: Deutschland

Hoch oben, tief unten und auf der Grenze

Hoch oben, tief unten und auf der Grenze

Der Thüringer Wald war bisher immer ein bisschen ein weißer Fleck auf meiner Landkarte. Völlig zu Unrecht wie sich dieses Jahr herausstellte, bei gleich zwei Gelegenheiten.
Nachdem ich über Ostern mit der Familie den südlichen Wald und Erfurt erkunden konnte (was für ein süßes Zuckerbäckerstädtchen!) war ich nun auf meinem diesjährigen Jahresurlaub mit meinen allerbesten Alma erneut in Thüringen – im Nationalpark Hainichenwald. Quartiert in einem hübschen kleinen Holzhaus in Palumpaland, an einem sonnenuntergangsverwöhnten Stauseestrand, bekam ich ausgiebig Gelegenheit, meine neuen wanderschuhe zu testen.
Drei Highlights:
1) Hoch oben auf dem Baumkronenpfad, inmitten des Thüringerschen Urwalds. 50 meter unter uns das Unterholz, neben uns die vögeldurchzwitscherten Kronen hundertjähriger Bäume
2) Auf der alten Grenze zwischen Thüringen und Hessen, Ost und West, wo ein langer Streifen Grün sich zwischen wachturmbedeckten, schwitzenderreichbaren Bergspitzen und sonnengoldnen Rapsfeldern entlang schlängelt; eine 12-Kilometer Rundweg Schönheit (was keine sinnvolle Entfernungsangabe ist wenn es immer wieder auf dem Schild am Rande des Weges steht)
3) Tief unten, zwischen moostriefenden Felswänden in der Klamm der Drachenschlucht bei der (deutlich weniger spannenden) Wartburg. Der Fluss unter unseren Füßen, eine schmale Spur Himmel über den Köpfen, die schönste Fabelfelsschlucht vom Fluss in den Stein gefräst.
Alles Weitere ergibt sich aus den Fotos. Genug neidisch gemacht. Fahrt dort hin. Lohnt sich.

Sechs Tage, Sechs Länder: mit dem Team1World durch den Südosten

Sechs Tage, Sechs Länder: mit dem Team1World durch den Südosten

Wenig Schlaf, viele Eindrücke, weite Strecken, und keine Minute Zeit für den Block. Klingt nicht nach Urlaub? Nein. Reisen.
Nachdem ich in Sarajevo angekommen war, stieß ich zum „TEAM1WORLD“, mit dem ich die nächste Woche verbringen sollte. Das Ganze ist ein Projekt, das Südosteuropa zusammenführen soll, indem jungen Menschen aus aller Herren Länder die Möglichkeit gegeben wird, in einem Auto voller anderer Nationalitäten diese vielseitige Region zu bereisen. Chili und ich hatten einen der begehrten Plätze dieses Reisestipendiums bekommen, und teilten uns die Tour: Chili reiste mit dem Team von Berlin über Nürnberg, Berchtesgarden, Venedig und Zadar nach Sarajevo, ich übernahm ab dort. So traf ich am 7.8. auf das Team, mit dem ich die nächste Woche verbringen würde. Neben Chili und einer anderen Deutschen („Let’s see how it goes“), die das Team ab Sarajevo verließen, waren das Serendipity aus Italien, Nafaka aus Bosnien-Herzegowina und Saudades aus Portugal. (Die Namen, die ich ihnen hier gebe, waren ihre Lieblingswörter aus verschiedenen Sprachen: Serendipity = unerwarterer, positiver Zufall auf Englisch, Nafaka = täglich änderliches Schicksal auf Bosnisch, Saudades = das Gefühl, etwas / jemanden zu Vermissen auf Portugiesisch). Zusammen erlebten wir Sarajevo, eine Stadt, die noch immer zahllose Narben des Krieges trägt: Einschusslöcher in Häuserfronten, endlose muslimische Friedhöfe mit den Todeszahlen 1992-1995 und das Museum Srpnitza, das uns zerstört und verzweifelnd ins grelle Sonnenlicht zurückstolpern ließ.
Doch selbstverständlich bot die Stadt auch Schönes: die herrliche muslimische Altstadt, einen Sonnenuntergang mit Muezzin-Gesang von der gelben Festung aus über die Stadt blickend, hervorragende Jazzmusiker in einer Kellerbar. (Fotos siehe letzter Post).

Am 9.8. schließlich ging es los: Wir packten unsere eng gepackten Sachen in den Fiat, verabschiedeten uns von Chili und „Let’s see how it goes“ und fuhren gen Norden. Team1World unterwegs in Bosnien
Schon bald erreichten wir Serbien, wo wir im kleinen, unerwartet hübschen Novi Sad pausierten (und es spaßeshalber mit den Augen eines Marketeers sahen).
Mondän in Novi SadWandmalerei in Novi Sad
Novi Sad – Seeding Art, Shopping and Cuisine

Einen langen Grenzübergang später erreichten wir spät am Abend Budapest, wo wir (wie zuvor in Sarajevo) in einer vom Team1World bezahlten Unterkunft totmüde zu Bett fielen. Doch an Ausschlafen nicht zu denken – in Budapest erwarteten uns am nächsten Tag viele weitere Missionen: Wir besuchten die „Invisible Exhibition“, in der wir in die Welt blinder Menschen eintauchten, in völliger Finsternis unsere Umgebung ertasteten und Gerüche und Geräusche plötzlich ganz anders wahrnahmen. Einen Umweg über die Fischerbastei nehmend entdeckten wir dann das „Hospital in the Rocks“, einen Krankenhausbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, später als Atomschutz-Krankenlager ausgebaut, in verzweigten Tunneln unter der Stadt. Geigerzähler und OP-Besteck versetzen einen nicht eben in eine leichtfertige Stimmung. Ein kurzer Besuch im herrlich alternativen Szimpla und wir waren bereit für die Thermen – wie anders kann man den Flair dieser Stadt sonst fassen?
Budapest FestungSzimpla in Budapest
Wie stets erwarteten uns auch andere Missionen, diesmal der Blick des Autors (was mir natürlich entgegen kam), und die Anregung, uns von Budapest für einen fiktiven Roman inspirieren zu lassen. Hier der erste Absatz von „The Blind Bunker“:
The siren screamed ghostly like a dying whales‘ last breath through the dust-shaken alleys of Budapest. The dirt laid like a sandstormed carpet on my face, as my feet found their way through the shredded remains of the Jewish Quarter. The odour of bombs and burned flesh still hung in the air, iron and the faint stains of gasoline. I missed the coldstoned smell of the moldy bunker caves.
„The voice, Master“, one of my followers asked anxiously. His steps weak and reluctant without me, as those of all the lucky
survivors, whose eyesight had been destroyed by the nuclear light.
„Where does this noise come from?“
„Radio.“ I grumbled and let my white stick search the ground for the device. Under the blinded, the blind-born is king. I picked up the radio, turned on the spot and went back to this small fortress of mine, the former hospital in the rocks. My blind bunker.

The Blind Bunker

Schon ging es weiter, eine weitere Grenze passiert und in die Slowakei, ein Land voller atemberaubend schöner Berglandschaften, die wir nicht nur an unseren Fiat-Fenstern vorbeiziehen ließen, sondern auch auf einer kleinen Wanderung ins idyllische Vlkolinec entdeckten:
Wanderung in der SlowakeiVlkolinec
Vlkolinec Collage

Der nächste große Stopp war dann das polnische Krakau, wo wir unseren eigentlich nur einen Tag andauernden Aufenthalt um eine weitere Nacht verlängern konnten – endlich genug Zeit, die Stadt richtig kennen zu lernen.
Der erste Tag war jedoch zu großem Teil Auschwitz gewidmet. Es gibt keine angemessenen Worte, dies zu beschreiben, denn auch wenn die Fakten selbst in zahllosen Geschichtsstunden und Arte-Dokus vermittelt werden, ist es doch etwas gänzlich anderes, am Ort dieser Verbrechen zu stehen und den Tod zu spüren. Es ist unmöglich, dies zu beschreiben, oder zumindest unmöglich, das mit meinen eigenen Worten zu tun.
Auschwitz

Umso besser war es, den Rest des Tages mit unseren Gedanken und Gesprächen verbringen zu können, und die Entdeckung Krakows auf den nächsten Tag zu verschieben. Krakow ist eine mittelalterlich geprägte, hübsche Kleinstadt, auf deren Marktplatz wir talentierte Akkordeonisten und Gitarristen bewunderten, uns auf dem Pierrogi-Fest durch die verschiedensten Geschmacksvariationen probierten und an der Festung beim Sternschnuppengucken vom feuerspeienden Drachen überraschen ließen.
Krakow jüdisches ViertelKrakower MarktplatzKrakows NachtSkylineKunst im FreienDer Drache von Krakau

Am 13. schließlich kehrte unser Auto, die letzte Runde des diesjährigen Team1Worlds, nach Berlin zurück. Wenngleich für mich bekannt, konnten wir als Team zusammen doch auch diese Stadt neu erkunden. Wir kochten mit einer Gruppe Flüchtlingskindern in Charlottenburg und hörten Hintergründe zur Kreuzberger Alternativkultur, entspannten uns am Holzmarkt und blickten im jüdischen Museum noch weiter zurück in die Historie des jüdischen Aschkenas.

Was bleibt, nach einer Woche voller Eindrücke? Zusammengefasst in einer Seite unseres gemeinsamen Team1World Reisetagebuches. Mehr zu dem ganzen Projekt findet ihr hier:
Reisetagebuch team1World

6 Klimazonen auf 60 Kilometern

6 Klimazonen auf 60 Kilometern

Locker sechs Klimazonen entdeckten Torben und ich auf unserer 10-Tage-Wanderung über die wunderschöne Ostseehalbinsel Fischland-Darß-Zingst. Gut, was das tatsächliche Klima betraf, war es meistens einfach nur kalt. (Zu sehen an den Schals.) Aber was die Vegetation betraf, die Aussichten, die Gerüche und Geräusche, hätten wir uns genauso gut durch sechs verschiedene Länder bewegen können – mit Grenzübertritten alle gefühlte halbe Stunde, vor allem im Darßer Ort. Dinge, die nicht auf Fotos passen: Der Geruch des Moors, die Anstrengung, gegen starken Küstenwind Fahrrad zu fahren, die Kälte der Luft auf einem Leuchtturm, das Erstaunen, viele große und kleine Tiere, der angenehme Effekt eines heißen Tees aus der Thermoskanne. Alles andere, ohne viele Worte, hier auf Fotos:

Die Steppe. (Hohe Düne auf Zingst)
Hohe Düne ZingstDünengras Zingst
Alaska. (Eingefrorene Aussichtsplattform und eisbedeckter Bodden auf Darß)
Gefrorene Plattform DarssEis-Bodden Darss
Der Morrast. (Moorwald auf Darß)
Moorlandschaft ZingstMoor-Laub-Wald Darss
Skandinavischer Nadelwald. (Darß)
Fruehling-Herbst DarssTorben Perrucho im Darsser WaldDarsser Nadel-Wald
Serengeti. (Darßer Ort)
Darsser Serengeti-PanoramaDarsser Serengeti
Englische Steilküste. (Okay, das war nicht auf Fischland-Darß-Zingst, sondern Rügen – daher auch das Nazi-Kurbad Prora dadrunter)
Kreidekueste RuegenKreidefels RuegenNazi-KurSchneekueste Darss
Antarktische Inseln? (Das ist schwer vergleichbar. Auch Darßer Ort)
Darsser Schneekueste PanoramaNationalparksgrenzeDarßer Ort

Sächsische Schweiz Teil 2: Königstein und die Bastei

Sächsische Schweiz Teil 2: Königstein und die Bastei

Festung Königstein 13.2.12
Eigentlich hatten wir uns einen ganz tollen Plan gemacht: per Bus nach Rathen, Bastei besichtigen, per S-Bahn nach Königstein und dann zurück zur Pension… nur standen wir nun auf der Westseite der Elbe und durften feststellen, dass die Fähre seit einer Woche wegen Eises in der Elbe nicht fuhr. Wir ärgerten uns ein wenig, stiegen dann in die S-Bahn und nahmen uns dafür mehr Zeit für die Festung Königstein im gleichnamigen Ort, die sich nach einem circa einstündigen steilen Weg erwartete, eingebettet in die Felsspalten des Königsteins, eine Fläche mehrerer Hektar einnehmend und sämtliche Baustile der letzten Jahrhunderte vermischend – immer wieder wurde die Burg zur Festung nachgerüstet, obgleich sie letztlich nie angegriffen wurde. Was für eine Geldverschwendung. Ein kompliziertes Kasematten-System, welches wir auch besichtigten, völlig umsonst. Nun, nicht ganz, immerhin diente die Festung uns nun als empfehlenswerter Ausflugsort, vor allem Dank fehlender anderer Touristen, großartiger Aussicht und dem Festungswald, den aus den Felsen ragenden Zinsen, von denen man auf das Dorf Königstein und die Elbe hinabblickt, und einem so ursächsichen Touristenführer, nü, dos es ejn Vognüjen woa. Abends die Sauna in unserer Pension ausgenutzt und wertgeschätzt…

Kleiner Alleingang 14.2.12
Auch heute wieder ein stark abgewandelter Plan: nach ersten Überlegungen, nach Zeughaus zu wandern, auf Empfehlung unserer Gasthaus-Besitzerin nach Hinterhermsdorf gewandert, von wo man zur „romantischen Oberen Schleuse“ komme. Kam leider nur ich, da Torben sein schmerzender Fuß zu schaffen machte, und er ab dem Ort per Bus zurückfuhr. Ich wanderte weiter in den Canyon der Schleuse, samt wahrscheinlich schmalstem Felsaufstieg den ich je nahm und einer Schutzhütte, in der ich zu sommerlichen Zeiten unbedingt mal frei übernachten muss.

Die Bastei 15.2.12
Da heute der letzte Tag war, nahmen wir uns vor, jetzt doch noch die Bastei zu besuchen – da die ohnehin auf dem Weg Richtung Dresden und Halle lag. Leider führte das Navi uns „auf dem schnellsten Weg“ hinter irgendeinem Kaff auf den „Höllweg“. Wir hätten skeptisch werden sollen. Wurden wir nicht, blieben dafür stecken. Viel geschiebe und gewende später nahmen wir alternative Routen, bis wir das gar nicht so leicht erreichbare Rathen erreichten (Luftkurort, daher quasi vollständig für Autos gesperrt), und von dort nicht den eigentlichen, dafür einen abenteuerlicheren und trotzdem zum Ziel führenden Wanderweg fanden, der uns Bastei hochführten: fulminanter Höhepunkt unserer Wandertage; ein architektonisches Kunstwerk ohnegleichen, seht euch die Bilder an. Wir waren überwältigt. Wie überhaupt von dieser herrlichen Region, und kommen sicher irgendwann zurück.
SaupsdorfAussichtsturm WachtbergAussicht vom WachtbergWanderung Sächsische SchweizLichtenhainer WasserfallSächsische Schweiz Eis-MordwaffePrebischtorGefrorener WasserfallElbe bei Bad SchandauFestung KönigsteinSchutzhütte an Oberer SchleuseObere SchleuseBastei-BrückeAussicht an der Bastei RathenBastei RathenBastei Panorama

Sächsische Schweiz Teil 1: Nationalpark, Schnee und Grenzerfahrungen

Sächsische Schweiz Teil 1: Nationalpark, Schnee und Grenzerfahrungen

Winterwonderland 10.2.12
Das Schöne liegt so nah. Knappe 3h südlich von Halle erreichten Torben und ich heute Mittag Saupsdorf in der sächsischen/böhmischen Schweiz. In einer Pension für 14€/Nacht („Tannenhof“) hausieren wir nun für 5 Tage bei den etwas grobschlächtigen aber netten Pensionsbesitzern in einem ganz und gar aus Holz zu bestehen scheinenden Zimmer mit Schrägdach. Grob das Erste ausgepackt, und dank grober Beschreibung der Wirtin eine primitive Karte gezeichnet und auf den weg gemacht. Wir entdeckten den gelb markierten Wanderweg und folgten ihm bis zu einem versteckten Berggasthof, wo wir neben Gulasch auch eine Wanderkarte bekamen, und uns daraufhin entschieden, zum Aussichtsturm Weifberg weiterzulaufen. Durch ca 10cm hohen Schnee stapfend, immer wieder die wanderpfadsymbole suchend, wanderten wir durch bezauberndes schneeland über Lichtungen und durch Wälder. Das Wetter spielte mit, herrlicher Sonnenschein und warme Klamotten ermöglichten die Wanderung bis um 5:00, inklusive aufstieg auf den aussichtsturm samt grandioser Aussicht (was auch sonst). In Hinterhermsdorf angekommen, einen Kaffee bei „Zu Peters“ getrunken (der Stammtisch mit älteren Herren trug ein Holzschild mit der Aufschrift „Stammtisch“), und dann per Bus zurück nach saupsdorf. Während uns unsere heutige Route nur knapp an Tschechien und ebenso knapp am Nationalpark vorbei führte, geht es morgen in Letzteren!

Nationalpark 11.2.12
Wir ließen uns das Frühstück extra bereits um 8 machen und kämpften uns zeitig aus dem Bett – waren aber ja auch recht früh schlafen gegangen. Um kurz nach 9 stapften wir dann mit Proviant im Rucksack los – in die falsch Richtung. Naja, zumindest etwas zu weit, bis wir dann den roten wanderpfad aus saupsdorf raus gen Süden fanden. Schon bald nachdem wir die Grenze des Nationalparks übertreten hatten, erklommen wir einen Felsen, der zwar glatt wie ein Gletscher war (wir fielen auch mehrmals hin), aber die Wanderoute beschenkte uns dafür mit einem königlichen Ausblick von den schroffen Felsen hinab über verschneite Tannen und ferne Felsen des Nationalparks. Weiter hinab ging es durch selbige Wälder, wir sahen einen Fuchs und erreichten die Buschmühle an der Kirnitzsch, an deren Seite wir nun eine Weile wandern sollten. Sah zwar herrlich aus, ist aber dafür kälter als in der Höhe. Einen Bogen um das Dörfchen Kuhstall machend erreichten wir bereits 12:45 den Lichtenhainer Wasserfall. Selbstredend zugefroren. Aus unserem Plan, von der nächsten Haltestelle aus die 1896 gebaute Kirnitzschtalbahn zu nehmen wurde nichts, da wir die stündlich fahrende Bahn um 10 min verpasst hatten. So gingen wir weiter und entschieden uns bei der Station „Nasser Grund“, sie Links liegen zu lassen und die auf einem Schild als „gemütlich“ gepriesene Wanderoute zu nehmen, laut der wir 2h später dort zurück sein sollten und eine zeitlich passende Bahn nehmen könnten. Der „Butterweg“ war zwar alles andere als gemütlich, aber wir hatten auch schon schlimmeres erlebt, und so errichten wir eine 3/4 Stunde später das Bergsteigerehrenmal „Hohe Liebe“: welch unglaubliche Sicht belohnte den Aufstieg! Wir entschieden uns, statt zurück weiter vorwärts zu gehen und folgten dem Oberen Liebweg hinab bis zur Ostrauer Mühle, wo wir wider Erwartens bereits die 15:20 Bahn nehmen konnten und bis auf 5 min genau ankamen. Mit dieser fuhren wir dann nach Bad Schandau, wo wir die zusätzliche Zeit mit einem Stadtbummel zu vertreiben gedachten -wäre der Ort nicht so langweilig gewesen. Nun, kein Tag ist perfekt. Wir wussten uns die Zeit bis zur nächsten Busfahrt gen Pension zu vertreiben. 

Ausflug nach Tschechien mit Zugabe 12.2.12
Da wir etwas weniger wanden wollten als gestern, die Sonntags Busverbindungen allerdings eine Fahrt zur Bastei erschwerten, fuhren wie zum Wandern in die nahegelegenen Tschechische Republik. Die ÖPNV Verbindung war nicht gerade schnell und einfach, aber dank nur 2 Zonen recht günstig: mit dem Bus nach Sebnitz, nach Bad Schandau, nach 3/4h warten per S Bahn nach Schöna und von da per Fähre nach Hrensko. Schon am Kai sah man die Ankunft im Nachbarland: uns empfingen von Asiaten geführte Klamotten und Ramschstände am Straßenrand zwischen Touri-Restaurants mit 80 Gerichten in Kronen und Euro auf der Speisekarte. Wir durchquerten den Ort und folgten der Straße an Flussesseite etwa 40min lang, bevor wir auf den roten Wanderweg in dem böhmischen Nationalpark hinein abbogen. Die Wege waren etwas besser befestigt als jene der letzten Tage, und wir begegneten ganzen 8 anderen Wanderern während wir mit eingefrorenen Bärten (nie war mir das aus Kolumbien mitgebrachte Panela in der Thermoskanne mehr wert als dieser Tage) den verschneiten Wald anstiegen. Nach knapp 2h erreichten wir das Prebischtor, eine imposante, torförmige Felsformation, an dessen Seite ein Gasthaus im Fachwerkstil lehnt. Im Sommer sicher gut von Gästen besucht, war es derzeit geschlossen, und damit auch der Zugang zum Platau unter dem Tor selbst. Dass man fur diese Feststellung erst bis vors Tor der Gaststätte hochlaufen muss, ist bestenfalls unfreundlich. Aber Ärger wäre sinnlos, das Tor auch von unten sichtbar, und so machten wir uns nach einer Brotpause an den Abstieg. Schneller als erwartet trafen wir wieder in Hrensko ein, so dass noch Zeit für eins der besseren Restaurants blieb, bevor wir an den Kai gingen, von dem laut ÖPNV Website die Fähre um 16:48 fahren sollte. Wir warteten am Kai hin und her laufend… bis auf der anderen Seite bereits die S Bahn weg war. Die Fähre fährt auf Abruf – wenn man am Ablegesteg steht kommt sie rüber. Ärgerlich, da wie so zwar noch die nächste S Bahn nehmen konnten, der letzte Bus von Bad Schandau nach Sebnitz aber bereits weg war. Alle Möglichkeiten durchgecheckt fuhren wir nach Pirna weiter (grandioser Umweg), von wo noch ein späterer Bus nach Sebnitz fuhr, wenn auch keiner mehr ab dort nach Saupsdorf… Da half nur noch das Taxi. 

PS Famose Fotos folgen!

Fertiges Album: auf in die Natur!

Fertiges Album: auf in die Natur!

Gleich zwei Dinge, die mich in letzter Zeit ziemlich beschäftigt hielten, werde ich im Laufe des Februars abschließen: zum einen meine Bachelorarbeit, für die ich ja im September und Oktober in Kolumbien forschte, und seit dem viel Zeit am Schreibtisch damit verbrachte, all diese Erhebungen auszuwerten. Zum anderen das Album „Utopía“ meines Musikprojektes „Fremdgang“, für welches ich vor allem mit Flo und Eric in den letzten zwei Monaten viel Zeit im Studio verbrachte, und jetzt darauf warte, dass die CD das Presswerk verlässt. (Was das alles ist und soll und vor allem wie sich das anhört, seht ihr auf der Fremdgang-Seite, oder auch auf unserer Facebookseite). Da habe ich mir etwas Urlaub doch verdient, dachte ich mir, und werde nun zusammen mit Torben fünf Tage in die Böhmische Schweiz fahren, die unter einer vom sibirischen Wetter verursachten, bildhübschen Schneedecke liegt. In einer kleinen Pension am Rande des Nationalparks und der Grenze zur Tschechischen Republik werden wir ein wenig zur Ruhe kommen, und von dort aus wandernd (und in Schichten von dicker Kleidung gepackt) eins der schönsten Naturgebiete unseres Landes erkunden… wir sind gespannt was uns dort erwartet! Wenn ihr Tipps oder Erfahrungen habt, freuen wir uns da natürlich sehr drüber.
Bis dahin hört euch schonmal das Medley des Fremdgang-Albums an und schreibt mir, wenn ihr auch eines kaufen möchtet, dann bekommt ihr sie direkt zugeschickt – ihr freut euch über die Musik, und wir darüber, dass wir unsere Kosten gedeckt kriegen. Und natürlich darüber, dass ihr euch freut. Mit dem Gedanken im Kopf freu ich mich wiederum umso mehr aufs Wandern.

Die Deutschlandreise im Radio

Die Deutschlandreise im Radio

Stadtvögel on the roadDer aufmerksame Leser bemerkte sicherlich, dass Torben und ich auf unserer Tour immer mal wieder irgendjemanden interviewten, und unsere Gastgeber schauten uns hin und ab verwundert zu, wenn wir eine kurze Aufnahme per mobilem Aufnahmegerät machten: Diesen Donnerstag wird eine Stunde lang unsere Radiosendung Stadtvögel auf dem hallischen Sender Corax unserer Deutschlandtour hinterherreisen, musikalisch und inhaltlich, indem wir (und einige Interviewpartner) uns von den verschiedenen Stationen unserer Reise melden. Wer dazu mehr wissen will, findet das hier: Stadtvögel On the Road.