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Monat: September 2017

Tausend Kulturen

Tausend Kulturen

Ich war ja nur eine Straße entfernt. Eine Häuserblock der aussah wie jeder andere, rote Backsteinmehrfamilienbauten, zwischendrin eine Holzkonstruktion, am Ende der Straße rattert die Metro mit unglaublicher Lautstärke vorbei, getoppt nur vom unablässigen Autoverkehr. Eine Straße weiter beginnt das Paradies der Graffitikünstler, die Leinwand für Maler und Sprüher aus aller Welt. Ich brauchte einen weiteren Tag und eine Streetart-Walking-Tour, um das herauszufinden.
Brooklyn, dessen Größe jene von Manhattan noch deutlich übertrifft, ist zu 90 Prozent eine laute, stinkende, weitläufige Großstadt. Aus der Bodega schallt puertoricanischer Raeggaeton, ein Laster hupt einen Radfahrer von der Straße, der Geruch von Abfall und Essen liegt in der Luft. New York City könnte ein weiteres Beispiel dafür sein, wie sehr die Supermacht sich manchmal nach Entwicklungsland anfühlt. Gleichzeitig jedoch auch das: Wenn du hinter die Dschungellandschaft aus Beton und Stahl guckst, findest du das Bushwick Collective, der jüngste der hipwerdenden Bezirke, wo alternative Bars und lokale Shops erblühen Street Art jeden Tag neu erfunden wird. Diese farbige Vielfalt von Sprühdosenkünstlern beschreiben zu wollen, wäre müßig – wozu gibt es Fotos.

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Campusleben

Campusleben

„Wenn du mich vor fünf Jahren kennengelernt hättest, würdest du mich nicht wiedererkennen. Ich war ein richtiger rightwing-conservative Republican“, sagt Shadow, während wir in dem eindrucksvollen Hauptgebäude der Universität den Prunk eines einstigen Sommerhauses bestaunen. Ich schaue ihn ungläubig an. Shadow ist heute so ziemlich das Gegenteil des rechtskonservativen Republikaners. Er verbringt sein Leben in Anthropologieklassen und Soziologieclubs, versucht (vergeblich) seine Eltern vom aktuellen Stand der Genderdebatte zu überzeugen, schüttelt traurig den Kopf über die derzeitige Klimapolitik und überlegt, zusammen mit seiner undocumented Freundin nach Europa auszuwandern, um seinem jetzt 4-jährigen Sohn eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

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Die Einsamkeit und Philadelphia

Die Einsamkeit und Philadelphia

Einsamkeit ist ein seltsames Gefühl. Manchmal gesucht, manchmal gemieden, manchmal geradezu heilsam, ein anderes Mal in den Wahnsinn treibend. In Philadelphia hat man das nach einst guten Absichten erst zu spät festgestellt. Also, zumindest für viele betroffene Individuen zu spät. Das Eastern State Penitinterary wirkt von außen wie eine gotische Burg, massiv und bedrohlich, und aus heutiger Perspektive trifft das (wenn auch auf andere Weise) umso mehr auf das Innere zu…

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Wohnwagen und Worte

Wohnwagen und Worte

 

Die Grillen zirpen, neben uns die Frösche im Teich. Das Lageefeuer knackt, es nieselt leicht. „Hast du noch genug Whiskey mit Kaffee mir fällt ein ich sollte uns mal langsam was zu Abendessen machen die Küche ist ja nicht so groß bleib nur sitzen ich mach das schon“ sagt der Drehbuchautor, der ständig den Faden verliert und in einem unnachahmlichen Tempo durch die Themen unserer Unterhaltung rast. Gerade waren wir noch bei seinem Script, jetzt bei Genderthemen in Komödien, gleich bei seiner Exfreundin. Er hat keinen roten Faden, sondern ein ganzes Netz. Manche der Fäden greift er später wieder auf, wenn man sie fast vergessen hat. Andere nicht. Als er in die millimetergenau angepasste Küche geht, lässt er versehentlich einige der Fäden vor der Treppe seines Tiny-House-Wohnwagens liegen. Vielleicht stolpere ich darüber, wenn mein Whiskeykaffee leer ist.

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Bald geht es los!

Bald geht es los!

Ihr lieben,

in Lesbos sind es zurzeit 20 Grad und trocken, also gute Voraussetzungen für Jesko und meine Reise dorthin für unseren kräftezehrenden Einsatz für Flüchtlinge ab Anfang Oktober.

Da bedingt durch die Abschottungspolitik von Deutschland bzw. Europa zurzeit dort weniger Flüchtlinge direkt am Wasser ankommen und noch gefährlichere Routen nach Europa suchen, werden wir wahrscheinlich in einem der großen Flüchtlingslager aushelfen.

Dort ist die Lage mehr als hoffnungslos, da viele Flüchtlinge dort seit mehr als einem Jahr auf Entscheidungen warten. Die Menschen dort sind frustriert und vor allen Dingen ohne irgendwelche Hoffnungen.

Hier ein kurzer Ausschnitt dazu aus einem Zeitungsartikel der „Salzburger Nachrichten vom 13.09.17:

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Immer wieder kommt es auf der griechischen Insel zu Auflehnungen gegen die Lebensbedingungen im Camp.

Im Lager von Moria und anderen Unterkünften der Insel Lesbos halten sich rund 4000 Menschen seit Monaten auf. Immer wieder kommt es zu Protesten. Am vorigen Montag haben Asylsuchende gegen die Bedingungen im Lager aufbegehrt und zwei Zelte angezündet. Dabei kam es ebenfalls zu Auseinandersetzungen mit Sicherheitsbeamten, die Tränengas einsetzten.

Die Diakonie Deutschland hat die Lage der Geflüchteten in Griechenland scharf kritisiert. Wie Unterstützer der Menschen in den sogenannten Hotspots auf den griechischen Inseln am Dienstag in Berlin berichteten, sind die Auffanglager überfüllt und genügen kaum menschenrechtlich gebotenen Mindeststandards. Ankommende Geflüchtete müssten in Zelten schlafen oder auf der Straße, die psychischen Belastungen seien enorm hoch und Kinder akut gefährdet, Opfer sexueller Gewalt zu werden.

Die Expertin für europäische Migrationspolitik der Diakonie, Katharina Stamm, warf der EU und auch Deutschland eine Mitverantwortung für die Zustände an den europäischen Außengrenzen vor. »Die abschreckenden Aufnahmebedingungen sollen davon abhalten, nach Europa zu kommen«, sagte Stamm. Staaten wie Griechenland und Italien würden mit der Aufnahme asylsuchender Menschen nach wie vor allein gelassen.

Mehr als 14.000 Asylsuchende sind auf Lesbos und anderen Insel nahe der türkischen Grenze gestrandet. Seit dem im März 2016 vereinbarten EU-Türkei-Abkommen müssen Geflüchtete, die nach Griechenland kommen, in einem von fünf sogenannten Hotspots verbleiben, die sich auf Inseln in der Ost-Ägäis befinden. Sie dürfen sie nicht auf das griechische Festland weiterreisen.

In den Hotspots wird entschieden, ob die Schutzsuchenden in die Türkei zurück abgeschoben werden. Die Diakonie Deutschland fordert eine Aufstockung etwa von medizinischen Hilfen für die Menschen vor Ort. Zudem dringen Helfer der Initiative darauf, das Konzept der Hotspots zu überdenken. Nach einer mehrtägigen Ruhepause hatten in den vergangenen 24 Stunden ungefähr 250 Asylsuchende aus der Türkei auf die Inseln der Ostägäis übergesetzt. In den vorhergehenden Monaten waren dort täglich im Durchschnitt etwa 60 Menschen angekommen.

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Es muss endlich ein echtes Einwanderungsgesetz für Deutschland kommen; geht wählen und setzt Euch bitte dafür ein.

Michael

 

Die Koffer sind voll!!!

Die Koffer sind voll!!!

Ihr lieben,

es ist unglaublich, beide Koffer sind bereits jetzt voll.

Ihr habt wunderbar gesammelt. Jede Menge Verbandsmaterial und sehr viele verschiedene große und kleine Schuhe.

Vielen vielen Dank!

Leider kann ich nun nun nichts mehr annehmen, da Jesko und ich nur jeweils einen Koffer zusätzlich mitnehmen können.

Micha