CityGuide / Bridgeras

CityGuide / Bridgeras

So, schnell mal Geschehenes nachholen. Nachdem ich bis Dienstagmittag meine Präsentation über die Urbanisierung vorbereitet hatte, stellte ic dank einer Mail fest, dass der Unterricht heute ausfällt und ich nochmal bis nächste Woche Zeit habe. Zum Glück hatte Nadja gefragt, ob sie ihren Teil verschieben kann, sonst wären wir halt mal wieder umsonst zur Uni gefahren und hätten das erst vor Ort festgestellt…
Gestern abend kam dann Mahesh an (der indischstämmige US-Student aus Bolivien), dem ich angeboten habe, für die paar tage bis zu seiner heimreise am freitag früh auf unserer Couch zu pennen. Die Klasse am abend um 8 liess ich für ein leckeres selbstgemachtes indisches Essen ausfallen (und stellte heute fest, dass die Klasse eh nicht stattgefunden hatte).
Heute war ich dann so ein bisschen als sein personal guide tätig und stellte dabei fest, wie gut ich mich inzwischen in Lima in Bezug auf Verkehr, Sehenswürdigkeiten und Leute zurechtfinde. Wir fuhren erstmal ins Zentrum, um das Parlament zu besichtigen, wo ich selbst noch nicht gewesen war und das auch ganz interessant ist (mit kostenloser Führung durch Parlamentssaal und Aufklärung über politisches Geschehen inklusive). Aufgehalten durch ein überteuertes, aber gutes Essen in dem Restaurant eines französischen nonnenklosters in der Calle Ucayali, kamen wir um 4 mit peruanischer Verspátung bei Benni an, mit dem wir uns für 3 Uhr verabredeten hatten. Zusammen zogen wir dann los zu den Artesaniamärkten in der La Marina, wo Benni sich mit neuen Klamotten eindeckte, Mahesh mit Mitbringseln und ich mit Weihnachtsgeschenken (die ich jetzt hier natürlich nicht näher erläutern werde 😉 ).
Während Mahesh sich anschliessend mit der bekannten eines Freundes in Los Olivos treffen ging, machte ich mich für meine Rural-Klasse auf zur Uni – um dort festzustellen, dass unsere Fakultät wegen der immer noch andauernden Dekanats-Uneinigkeiten bestreikt wird. Mal wieder kein Unterricht. Während ich mich mit ein paar meiner Kommilitonen unterhielt, ging plötzlich das Licht aus – Stromausfall in der ganzen Uni! Die Campuswege füllten sich mit zahllosen Studenten und alles wartete auf Licht – bis ich um 7PM loszog, war es noch nicht wieder da. Das Gerücht kursierte, dass ein Teil der Bibliothek in Flammen stand, ob das stimmt, weiss ich allerdings nicht. Ambulancia war auf jeden Fall plötzlich auch da. Was nicht alles so passieren kann an der San Marcos!

Wieder zuhause klingelte bald Mahesh, der die Bekannte samt einer Freundin mit dabei hatte und vorschlug, zusammen in eine nahe Bar zu gehen. Sie schienen ganz sympathisch, so zogen wir los zur Plaza Bolivar in Pueblo Libre (wo grade irgendein Konzert lief) und genossen in einer Bar ein paar Maracuya-Sour. Soweit so gut. Bis die Rechnung kam. Mahesh und ich legten unsere je 20 Soles auf den Tisch… die beiden Mädels taten nichts und lauderten weiter und schienen zu erwarten, dass wir ihre Rechnung bezahlen. da wir erstens gar nicht mehr Geld mithatten, und zweitens ja nunmal auch keine Dates hier hatten, sondern nur zwei vage Bekannte eines Freundes, blieb das erst mal eine Weile so, bis sie schliesslich meinten, oh wie ungünstig, sie hätten gar nicht genug Geld mit, nur noch fürs Taxi. Nach langem „Alternativen-suchen“ ging ich von zuhause etwas Bargeld holen, das Mahesh noch dort liegen hatte und wir verabschiedeten uns recht zügig von ihnen . offensichtlich handelte es sich um sogenannte „Bridgeras“ – Peruaner/innen, die von dem (angeblichen) Reichtum der Gringos profitieren wollen (sie als „Brücke“ benutzen, daher das Wort). Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie wirklich so blöd waren, und kein Geld mitgenommen hatten wenn sie ausgehen. Gehört hatte ich schon von diesem Phänomen, war aber bisher davon verschont geblieben. Wir fanden jedenfalls beide vor allem diese wie natürliche Erwartungshaltung unter aller Sau… man hätte auch im Voraus sagen können „hey sorry, hab nicht genug Geld mit, könnt ihr mir was leihen“… wahrscheinlich wär es dann auch eher auf „ausgeben“ herausgelaufen, aber man hätte sich auf jeden Fall nicht so verarscht gefühlt. Naja, ist auch ne Erfahrung die man hier wohl mal machen muss. Und immerhin sind wir nicht ins doppelt so teure Quierolo gegangen. 😀

2 thoughts on “CityGuide / Bridgeras

  1. …und die Moral von der Geschicht- traue stets den Weibern nicht?- Nee, ich weiß ja, dass Du sonst nicht so skeptisch bist und ja auch hier es nicht warst… war das zufällig auch der Ort, an dem Dein Handy geklaut wurde? Und nicht zufällig von einer dieser Mädels? Na ja, eh egal, hast Du mittlerweile ein Neues?

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