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Monat: November 2010

Dschungelwetter

Dschungelwetter

Clase en la Kalle: Jesusmaria
Das barrio, das von allen immer als konservatives, gemächliches, alte-Leute-Mittelstandesviertel abgestempelt wird und in dem ich zufällig lebe, hatte auch bei mir bisher mit diesem Vorurteil zu kämpfen. Unterstützt durch die Tatsache, dass in der Urbanizacion San Felipe tatsächlich nicht viel los ist… Bars findet man gar nicht, das nächste Kino erst im nächsten Viertel, dafür gleich um die Ecke vom japanischen Botschafts-Hochsicherheitstrakt das „Casa de Mayores“ (Haus der Älteren“)… Und so hatte ich bis gestern auch noch nicht den Ansporn, mich doch wirklich mal ein wenig umzugucken… und fand, gestern, kaum was Neues. Meist ruhige Mittelschichtsstrassen, hier und da ein Miniladen, eine Gemeinde oder ein abgelegenes Ministerium, eine Schule und diverse Parks. Eben so langweilig, wie ich es schon kannte. Jeute jkedoch war ich mit Benni und Francisco beim Mercado Jesusmaria, der aus irgendeinemgrund völlig an mir vorbeigegangen ist. Mehrere cuadras voller Klamottenläden, Technikgeschäfte, eine ganze Marktholle voll Cevicherias und Saftläden, direkt daneben eine vorzügliche Dulceria (wo´s viele Desserts gibt 😉 ), eine Plaza mit gotischer Kirche und einem mit Menschen gefüllten und kostenlosen Wi-Fi ausgestattetem Park. Zwei Strassen weiter das Casa de la Juventud (Jugendhaus) mit Bühne auf der Strasse und jungen Skatern, die Sonne scheint, ich trinke Chicha Morada und der Barrio-Slogan „Positivo“ scheint gar nicht so weit hergeholt. Vielleicht muss ich das bisherige Klischeebild einfach auf San Felipe einschränken… als ich zurückkomme, ist der Himmel wieder bewölkt und die Strasse voll alter Leute 😉

27.11.10

PS: Von Freitag mal noch der Poetry Slam hier:

Dschungelwetter: Iquitos
Schon bei der Ankunft schlägt mir die angeblich nur 4º wärmere, aber 1000 mal schwülere Luft entgegen, als ich um 7 Uhr abends aus dem Flieger steige. Ich bin gerade beim Gepäckband angekommen und schwitze schon mehr als ich es in 3 Monaten Lima getan habe. Abkühlung ist nicht, selbst nachdem es während der Mototaxifahrt ins Zentrum etwa 15 Minuten aus Kübeln anfängt zu regnen. Carajo, jetzt weiss ich warum es in Lima nie regnet – da ist nichts mehr übrig, nachdem alles in Iquitos verbraucht wurde!
Ich suchte mir ein hostel (Hobo Hideout 😉 ), was zu Essen und eine Dschungeltour für morgen, mnit der ich dann drei Tage lang durch die Selva (Dschungel) touren werde. Also nicht wundern, da gibt es kein Internet 😉 .

28.11.10

Creamfields

Creamfields

Zwischen Palmen und Wüstenbergen wummernt aus drei Richtungen feinste Electro/Minimalmusik, yahllose Leute, sowohl Peruanos als auch Gringos, chillen auf dem Gras, grasen die Getränkebuden ab und rauchen… naja meistens Gras. Während der Mariuahanageruch anfangs stark auffiel, liess es später nach… oder wir gewöhnten uns einfach nur dran. Eine riesige menge von Körpern tanyt, drängelt, liegt vor der grössten Bühne, von der blityendes Licht und abgefahrene Musikvisualisierungen auf den Bildschirmen die Nacht erhellen: das ist CreamfieldsPerú, die peruanische Version des in gewisser Weise internationalen Festivals. „Kann man überhaupt auf ein Electrofestival gehen, ohne sich mit Cchemikalien vollzupumpen?“ ist eine häufig gestellte Frage – ja kann man, wenn man die Musik mag. Zugegebenerweise wurde es aber nachher schon etwas merkwürdig, als immer mehr Leute um uns rum offensichtlich mit einigen Drogen in der Blutlaufbahn umherschwankten, oder wenn man um 5 Uhr früh feststellt, dass während man selbst vom Tanyen das Bein nicht mehr heben jann und nur noch zu Ferry Corstens Musik auf dem Rasen liegt, andere immer noch ekstatisch durch die Gegend hüpfen. Dafür konnten wir das Festival bei vollem Bewusstsein geniessen, von der grandiosen Musik von 16Bit-Lolitas (absoluter Höhepunkt) über den Berliner DJ Paul Kalkbrenner (der anfangs ehrlich gesagt etwas enttäuschend schien, dann aber gut aufdrehte – nud der Schlusstrack „Sky & Sand“ war natürlich der Hammer und weckte Halle-Erinnerungen (danke Josi!;) )) bis zu Ilario Alicante (im leider wahnsinnig überfüllten Zelt, welches Tanzen unmöglich machte) und Jamie Jones, bei dem die Füsse gar nicht mehr aufhören wollten sich zu beegen. Was für eine Nacht. Um 5 waren wir wie gesagt einfach KO und staunten über die zu Ferry Corstens Coldplay-Remix heranströmende Masse während wir auf der Wiese liegend den Himmel heller werdend betrachtete – vom Sonnenaufgang kriegt man Lima-Wolkendecke auch im ausserhalb liegenden Mamacona wenig mit. Geklaut wurde mir diesmal auch nix, so dass nichts das Erlebnis trübte. Dass ich den Sonntag erstmal bis 15 Uhr (plus 3 Kaffee) brauchte um wieder fit zu sein… naja, egal. Hat sich gelohnt 😉

21.11.10, Lima

Clase en la Kalle / Paraglide

Clase en la Kalle / Paraglide

Classe en la Kalle: Chorillos
Da Montag ja mein freier ag ist, machte ich mich heute in das gut 1 Stunde von mir entfernte Stadtviertel Chorillos auf. Nach der langen Busfahrt in den Süden landete ich irgendwo in einer mittelgrossen Strasse – da meine Stadtkarte südlich von Barranco aufhört, lief ich einfach in die Richtung, in der dem Sonnenstand zufolge die Küste sein müsste. Wie die meisten Viertel reicht das Spektrum hier von abgeschirmtn, eingezäunten Mittelschichtsstrassen bis zu den ärmeren Gegenden, in diesem Hall auf den Hängen der südlich angrenzenden Hügel. Was ich jedoch hauptsächlich sah, ar unerwartet lebendig, voller Busse, Geschäfte und Parks – ich meine, ganz Peru ist natürlich lebendig, aber ich meine im Sinne, in dem Pueblo Libre lebendig ist, nicht wie man es von einem Randviertel erwarten würde… also zumindest was diesen Teil von Chorillos betrifft, schien es um einiges besser als zB Los Olivos o.ä. Als ich schliesslich den Malecon erreichte, der aufgrund von Aufbesserungsarbeiten recht leer und abgesperrt ist, wurde mein langer Weg mit einer fantastischen Aussicht auf die Steilküste Limas im Norden belohnt, die – wie immer – im Nebel und der Entfernung am anderen Ende der Bucht verschwindet. Wenig später spazierte ein mittelalter Herr mit seinem Hund vorbei und wies mich darauf hin, dass ich viell. besser nicht hier sitzen solle, da hier z.Zt. (während der Absperrung des Malecons wo wenig Leute hier sind) öfters „Pirañas“ aktiv sind – mehrere Jugendliche, die zusammen einsame Leute ausrauben. Kam mir zwar dort überhaupt nicht gefährlich vor (im Vgl. zu manch anderen Orten in Lima) aber es war auf jeden Fall nett. Wir unterhielten uns ein wenig, er hatte seinerzeit Philosophie an der San Marcos studiert und in Ecuador gelebt, schien interessant. Auf dem Rückweg zeigte er mir sein Klamottengeschäft in der Hauptstrasse, wo gerade sein Arbeitstag anfing und er mir wie hier üblich, mit den Worten „cualquier cosa“ (was auch immer los ist) seine Handynummer gab. Am Strand lief ich dann bis Barranco zurück und stellte fest, dass ich in 3 Monaten noch nicht hier am Strand gewesn war. Schon seltsam, da hat man den Pazifik vor der Haustür und war noch nicht einmal drin. Sollte ich noch machen bevor ich hier weg bin.

15.11.10, Lima

Clase en la Kalle: Centro / San Marcos
Es ist eigentlich nicht viel weiter entfernt von meiner Wohnung als die Uni… doch nach fas einer Stunde sass ich immer noch im Bus. Da es ein warmer Tag war gestern kriegte ich langsam zuviel im stickigen Bus und stieg schon in dr Manco Capac aus, obwohl man von dort noch über 10 Blöcke bis zu meinem Ziel läuft – wie fast jedes Mal wenn ich ins Zentrum fahre. Doch auch laufen ist nicht viel angenehmer… zwar angesichts des stehenden Verkehrs schneller, doch auf dr Abancay (der Hauptverkehrsader des historischen Zentrums) kann man nicht gerande entspannt langschlendern… lautes Hupen, viele hetzende Leute, tausend Verkäufr die ihre Ware anpreisen und wer langsam geht fällt gleich als Touri auf – man kommt automatisch ins gleiche Tempo. Als ich auf der Höhe der Plaza de Armas angekommen war, war ich schon bereit für eine Pause. Dort endlich angekommen holte ich dsa nach, wozu ich tozt mehrmaliger Besuche des Zentrums nicht gekommen war: mich einfach mal ein wenig umsehen, diesmal sogar mit Kamera (in Chorillos vergessen) und meine „Clase en la Kalle“ machen. Manche Strassen erinnerten mich ein wenig an Halle, mit toprenovierten Häusern neben halben Ruinen, neben glänzenden Fassaden hinter deren Fenstern man in abgerissenes Haus oder den Himmel sieht. Vor allem ist es aber ein riesiger Marktplatz, wo sich Geschäfte für eigentlich alles finden, ganze Strassen voller Grossdruckereien, Büroläden oder sogar Fiseurstühlhändlern (ja wirklich!). An der Promenade (ic weiss nicht ob daneben mal ein Fluss war, ich hab jedenfalls keinen gesehen) kann man sogar ganz nett zwischen Skulpturen und kleinen Ständen entlanglaufen. Nichtsdestotrotz – Leben tuts sich in Jesusmaria doch entspannter 😉
Abends hetzte ich mehr oder weniger rechtzeitig zur Uni zurück wo ich zwei Klassen… nicht hatte. Weil beide Profs mal wieder nicht kamen. Dachte mir „was solls“ kann ich mich aufs Refeerat für Mittwoch (heute) vorbereiten. Hatte auch dem Prof extra geschrieben ob die Klasse auch stattfindet, und ne positive Antwort erhalten.
Und wer stand heute ausser Nadja, die mit mir das Referat zusammen hält, vor dem Klassenraum? Ohne Prof…? Er kam auch tatsächlich nicht mehr. Wär ja nur unser Referat gewesen.
Nach einem Mittagessen mit Nadja und Benni kehrte ich zur San Marcos zurück um die Zeit bis zu meiner abendlichen Klasse mit einer weiteren „Clase en la Kalle zu überbrücken: Im „barrio“ San Marcos 🙂
Der Unicampus ist natürlich eigentlich kein barrio – könnte aber fast eines sein. Jede Fakultät hat natürlich ihr eigenes grosses Gebäude, umringt von Wegen durch kleine Parks, Lädchen mit Snacks und Getränken, Kopierläden und Cafeterias, hinter der Politikwissenschaft finden sich mehrere Bankfilialen (früher auch mal eine Post, die aber mittlerweile geschlossen ist). In der Mitte des Campus erhebt sich das riesige Uni-Stadium, welches nicht nur für Sportereignisse genutzt wird, sondern immer mal wieder für gigantische Konzerte… im September trat hier Bon Jovie auf, im Oktober Greenday und nächste Woche die Smashing Pumpkins und die Stereophonics… wenn sie keine Absperrungsmassnahmen vornehmen, werden sich die Fakultät de las Letras und der Ciencias Sociales wieder mit Studenten füllen, die so die Eintrittspreise umgehen.
Am anderen Ende des Campus steht die Huaca San Marcus, eine präkolumbianische Pyramide, noch im halbarchäologischen Ausgrabungsstatus. Nach einem 10-Minuten-Aufstieg konnte ich zwischen kleinen Steinmauern umherwandernd über das ganze „Uni-barrio“ blicken, bis an die Grenzen aus Containerwänden, die die Uni von den umgebenden Vierteln abgrenzen. Das Gelände ist wirklich unglaublich gross, und sogar einige Häuser der „Vivienda Universitaria“ (Uni-Wohnungen für ärmere Studenten) finden sich hier. Man kann also hier wohnen, Geld abheben, (in begrenzter Weise) einkaufen und naja… das mit dem Studieren ist dann noch so ne Frage. Die Klasse am abend fiel nämlich auch aus.

17.11.10, Lima

Paraglide Poesie
Ich glaube, Jesus wollte mich nicht in der Luft sehen. Wie geplant machte ich mich heute Mittag zum Gleitschirm-Startplatz in San Isidro auf. Vorher rief ich noch extra den Piloten Jesus Alberto an, von dem ich die Ausrüstung leihen wollte, um zu checken ob das Wetter fliegbar ist. „Na klaaaar!“… bis 13 Uhr musste ich trotzdem warten bis überhaupt Wind aufkam. Da ich ein bisschen aus der Übung war, übte ich mich erst ein bisschen im Groundhandling, hauptsächlich durch Jesus dazu animiert… nun ja, schaden kanns nicht, dachte ich mir, war dann aber doch ganz froh, als er mich schliesslich fliegen liess. Leider hörte er dann nicht auf, mir über Funk zu erzählen, wo ich wie langfliegen sollte – was ziemlich nervte, da ich mit Fluglizenz schliesslich auch alleine fliegen kann. Leider konnte ich über Funk nicht antworten und ihm selbiges sagen. Dazu kam noch, dass der Idiot nur das eine Gurtzeug mithatte und selbiges für den geplanten Tandemflug mit Benni brauchte. So war mein Flug nach ca. 10 Minuten schon zu Ende. (wollte Benni ja auch nicht noch länger warten lassen).
Beim Landen gab Jesus dann noich so wirre „Anweisungen“, dass sich beim einladen eine meiner Leinen in nem Baum verhing und ich mit dem Schirm nachher nicht mehr fliegen konnte weil das dann docho riskant wäre. Ich geigte ihm ziemlich meine Meinung, denn ich war nicht bereit, 100 Sol für einen 10-Minuten Flug zu bezahlen, während dem ich auch noch von ihm zugequatscht wurde, und die Schuld für die defekte Leine wollte ich auch nicht auf mich nehmen. So kam ich nach einigen Diskussionen zu der für ihn wenig zufriedenstellenden, für mich gerechtfertigten Bezahlung von 10 Sol… basierend auf meiner Rechnung 100 Sol/5 Stunden -> 10 Sol / halbe Stunde… also immer noch mehr als ich eigentlich geflogen war. Naja, hätte natürlich schlechter laufen können, der Flug an sich war ja trotzdem ok, aber so richtig was ich erwartet hatte wars dann doch nicht.
Den Ausgleich gabs dann heute Abend bei Poesia en el Parque, wo mein Text (siehe unten) ausserordentlich gut ankam und so meinen Abend rettete 😉

19.11.10, Lima

Und plötzlich fliegt man in die Luft

Und plötzlich fliegt man in die Luft

…mit erstaunlich kaltem Wind um die Ohren, den beinen über einem 100 Meter tiefen Felsabgrund und einer vom Meer gesäumten, 4-spurigen Strasse.

Wie das eben so ist in Peru… da bin ich so oft zum gleitschirmflugplatz in Miraflores gefahren und kam aus verschiedenen Gründen nie zum fliegen, und heute war ich eigentlich nir an der Steilküste San Isidros spazieren, und ende unter einem Tandemgleitschirm. Zufällig hatte ich dort diesen abgelegenen, sehr viel ruhigeren Startplatz entdeckt – da ich immer noch nicht zum Fliegen hier in Lima gekommen war, fragte ich einen Tandempiloten, ob er auch Ausrüstungen verleiht (für einen anderen Tag, da es schon Nachmittags war). Ich handelte ihn auf 100 Sol für nächsten Freitag runter (wenn das Wetter gut ist). Zufriegen legte ich mich auf die Wiese, betrachtete die Schirme im dynamischen Aufwind und schrieb an einem Text, als der Typ ankam und meinte, ob ich nicht jetzt auch Lust hätte zu fliegen – am Tandem mit ihm. Auf mein Zögern meinte er „Gratis“, wodurch natürlich die einzige barriere beseitigt war und so sass ich kurz darauf vor ihm im Tandemgurtzeug, lernte die Dynamik auf entspannte Weise kennen um mich am freitag schneller zurechtzufinden, und versprach ihm, ihn meinen Freunden als Tandempiloten zu empfehlen. 10-15 Minuten später war ich wieder am Boden, mehr denn je überzeugt dass ich hier ungebingt noch selbst fliegen muss (was der Pilot natürlich bezweckt hatte 😉 ). und absolut happy… Gleitschirmfliegen ist was tolles, ich kann Freitag kaum erwarten. Kann es nur jedem empfehlen – apropos, Silja, schon den Gutschein eingelöst?

14.11.10, Lima

PS: Hier noch das Video von meinem letzten Slam… leider nicht die Liveaufnahme, aber seht selbst:

CityGuide / Bridgeras

CityGuide / Bridgeras

So, schnell mal Geschehenes nachholen. Nachdem ich bis Dienstagmittag meine Präsentation über die Urbanisierung vorbereitet hatte, stellte ic dank einer Mail fest, dass der Unterricht heute ausfällt und ich nochmal bis nächste Woche Zeit habe. Zum Glück hatte Nadja gefragt, ob sie ihren Teil verschieben kann, sonst wären wir halt mal wieder umsonst zur Uni gefahren und hätten das erst vor Ort festgestellt…
Gestern abend kam dann Mahesh an (der indischstämmige US-Student aus Bolivien), dem ich angeboten habe, für die paar tage bis zu seiner heimreise am freitag früh auf unserer Couch zu pennen. Die Klasse am abend um 8 liess ich für ein leckeres selbstgemachtes indisches Essen ausfallen (und stellte heute fest, dass die Klasse eh nicht stattgefunden hatte).
Heute war ich dann so ein bisschen als sein personal guide tätig und stellte dabei fest, wie gut ich mich inzwischen in Lima in Bezug auf Verkehr, Sehenswürdigkeiten und Leute zurechtfinde. Wir fuhren erstmal ins Zentrum, um das Parlament zu besichtigen, wo ich selbst noch nicht gewesen war und das auch ganz interessant ist (mit kostenloser Führung durch Parlamentssaal und Aufklärung über politisches Geschehen inklusive). Aufgehalten durch ein überteuertes, aber gutes Essen in dem Restaurant eines französischen nonnenklosters in der Calle Ucayali, kamen wir um 4 mit peruanischer Verspátung bei Benni an, mit dem wir uns für 3 Uhr verabredeten hatten. Zusammen zogen wir dann los zu den Artesaniamärkten in der La Marina, wo Benni sich mit neuen Klamotten eindeckte, Mahesh mit Mitbringseln und ich mit Weihnachtsgeschenken (die ich jetzt hier natürlich nicht näher erläutern werde 😉 ).
Während Mahesh sich anschliessend mit der bekannten eines Freundes in Los Olivos treffen ging, machte ich mich für meine Rural-Klasse auf zur Uni – um dort festzustellen, dass unsere Fakultät wegen der immer noch andauernden Dekanats-Uneinigkeiten bestreikt wird. Mal wieder kein Unterricht. Während ich mich mit ein paar meiner Kommilitonen unterhielt, ging plötzlich das Licht aus – Stromausfall in der ganzen Uni! Die Campuswege füllten sich mit zahllosen Studenten und alles wartete auf Licht – bis ich um 7PM loszog, war es noch nicht wieder da. Das Gerücht kursierte, dass ein Teil der Bibliothek in Flammen stand, ob das stimmt, weiss ich allerdings nicht. Ambulancia war auf jeden Fall plötzlich auch da. Was nicht alles so passieren kann an der San Marcos!

Wieder zuhause klingelte bald Mahesh, der die Bekannte samt einer Freundin mit dabei hatte und vorschlug, zusammen in eine nahe Bar zu gehen. Sie schienen ganz sympathisch, so zogen wir los zur Plaza Bolivar in Pueblo Libre (wo grade irgendein Konzert lief) und genossen in einer Bar ein paar Maracuya-Sour. Soweit so gut. Bis die Rechnung kam. Mahesh und ich legten unsere je 20 Soles auf den Tisch… die beiden Mädels taten nichts und lauderten weiter und schienen zu erwarten, dass wir ihre Rechnung bezahlen. da wir erstens gar nicht mehr Geld mithatten, und zweitens ja nunmal auch keine Dates hier hatten, sondern nur zwei vage Bekannte eines Freundes, blieb das erst mal eine Weile so, bis sie schliesslich meinten, oh wie ungünstig, sie hätten gar nicht genug Geld mit, nur noch fürs Taxi. Nach langem „Alternativen-suchen“ ging ich von zuhause etwas Bargeld holen, das Mahesh noch dort liegen hatte und wir verabschiedeten uns recht zügig von ihnen . offensichtlich handelte es sich um sogenannte „Bridgeras“ – Peruaner/innen, die von dem (angeblichen) Reichtum der Gringos profitieren wollen (sie als „Brücke“ benutzen, daher das Wort). Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie wirklich so blöd waren, und kein Geld mitgenommen hatten wenn sie ausgehen. Gehört hatte ich schon von diesem Phänomen, war aber bisher davon verschont geblieben. Wir fanden jedenfalls beide vor allem diese wie natürliche Erwartungshaltung unter aller Sau… man hätte auch im Voraus sagen können „hey sorry, hab nicht genug Geld mit, könnt ihr mir was leihen“… wahrscheinlich wär es dann auch eher auf „ausgeben“ herausgelaufen, aber man hätte sich auf jeden Fall nicht so verarscht gefühlt. Naja, ist auch ne Erfahrung die man hier wohl mal machen muss. Und immerhin sind wir nicht ins doppelt so teure Quierolo gegangen. 😀

La Paz / Camino del muerte / Dia de los Muertos

La Paz / Camino del muerte / Dia de los Muertos

Zusatz zum letzten Beitrag:

Zwischen zwei Lichterwänden: La Paz
Als sich der vollbepackte Micro durch überfüllte Strassen von El Alto durch elenden Verkehr in Richtung Zentrum kämpfte, war ich ja ehrlich gesagt nicht so begeistert – aber jetzt sitze ich in einer lebendigen Stadt, die Strassen voller Backpacker, Strassenhändler und Bolivianos die es sich leisten können hier im (touristischen) Zentrum zu leben, und nach links und rechts blicke ich auf zwei Wände aus gelb-blau-weissen Lichtpunkten – da La Paz in einem Tal liegt, mit dem gutsituierten Zentrum so ziemlich genau in der Mitte, breiten sich die zahllosen Häuser der äusseren (ärmeren) Viertel auf beiden Seiten auf den Hügeln aus, so dass man abends auf eine vertikale Lichterwand blickt. Definitiv beeindruckend.
Nach einer 60 km/h Microfahrt samt Fähre von copacabana kam ich hier gegen 5PM in La Paz an, suchte mir ein für die hiesige Wirtschaft nicht allzu billiges Hostel (50Bolivianos – und das war schon das günstigste). Nach ein paar Vergleichen buchte ich dann in einem Reisebüro für 330 Bs. (eigentlich viel zu viel) die von vielen empfholene Biketour für morgen (siehe unten). Bei einem Schwenk über den Hexenmarkt (auf dem tatsächlich ganzjährlich Hexenutensilien wie Lamafüsse und jede Menge Talismane verkauft werden, der aber winzig und längst nicht so gruselig wie man es sich für einen Vor-Halloweenabend wünschen könnte) traf ich zufällig Mahesh wieder (den indischen US-Studenten von der Isla del Sol) und wir verabredeten uns für später am Abend im Pub. Bis dahin schaute ich mich ein bisschen in der dunkel werdenden Stadt um, von der grossen Kathedrale neben dem schick beleuchteten Präsidentenpalas bis zur Calle Comercio, wo (dem Namen gerecht werdend) zahlreiche Strassenhändler alles anbieten, was man sich vorstellen kann. Den Abend verbrachte ich dann mit Mahesh in der sehr gemütlichen „Blue Note“-Weinbar und wir redeten über Weltpolitik, Genderconstruction und die Wissenschaft, bis ich anfing auf englisch zu denken – sprachlich gesehen also nicht so gut 😉

30.10.10, La Paz, Bolivia

Camino del muerte/weisse Wand teil III / Affe auf der Schulter
es ist verdammt kalt, trotz dicker Klamotten, und die Strasse vor mir scheint abrupt im Nebel vor mir zu Enden – in Wirklichkeit biegt sie nur unerwartet scharf nach links ab. Vor mir liegen 3 Stunden „Camino del Muerte“ – der Weg des Todes. Die Füsse auf einem gemieteten Mountainbike, das mich von 4700 Metern bis auf 1400 heruntertragen soll. Angefangen auf Asphaltstrasse, fährt unsere 2-Personengruppe (sollten eigentlich 4 sein, aber zwei sind wegen Alkoholkater nicht gekommen… selbst schuld) von kalter Andenlandschaft mit kahlem Fels durch sich langsam wandelnde Landschaft auf Schotterpisten und schliesslich sogar Singletrack (für Lukas wahrscheinlich ein Kinderspiel 😉 ) bis in die von Grün pralle Dschungelumgebung am Yolosa-Fluss. Da wir nur zu zweit sind, müssen wir nicht auf Angsthasen warten und düsen in vollem Tempo die Piste runter, Camino del Muerteoft nur einen Schritt vom hunderte Meter tiefen Abgrund zur linken, unter kleinen Wasserfällen durch und, wie es sich gehört, über Steine hüpfend. Adrenalin pur. 3 schweissgetränkte Stunden später kommen wir in Yolosita an, und werden von da aus Touri- und Preisgemäss mit Auto zu einer Dschungellodge geschifft, wo wir in den Genuss von Swimmingpool, warmer Dusche und Buffet kommen – sonst wäre der Tag für mich wahrscheinlich auch um 13:00 Ankunftszeit gelaufen gewesen.
So war ich jedoch wieder fit und nahm nicht den Tourbus nach La Paz zurück, sondern stattdessen ein Collectivo ins nahegelegene Coroico und machte mich nach der obligatorischen Hostelsuche zu dem von Rick empfohlenen tierpark bei Yolosa auf. Und er hatte Recht – die 20 Bs für die Privatrundführung von einem der dort arbeitenden Freiwilligen (auch Australier) war es definitiv wert, schon wegen dem unglaublich süssen Spinnenaffen „Cacao“, der mich Ich mit dem Spinnenaffen Cacaogleich begrüssend an der Hand nahm und durch den Park schleppte, mir auf die Schulter und den Kopf kletterte und an meinem Arm schaukelte. Wenn ich nicht durch die Führung erfahren hätte, dass die verschiedenen Affen und Vögel hier früher illegal gehaltene (und entsprechend behandelte) Haustiere sind, würde ich mir so einen als selbiges wünschen. Es war jedenfalls definitiv eine tolle Erfahrung. Obwohl ich anschliessend sogar noch vor 6PM (letzter bus nach La Paz) wieder in Coroico war, blieb ich dort und nutzte die Zeit zum ruhigen durch den Ort schlendern und Dschungel-Anden bewundern, um am Montag früh um 6 den ersten Micro zurück in die Andenmetropole zu nehmen.

31.10.10, Coroico, Bolivia

La Paz
Der Bus fuhr schliesslich nicht um 6 ab, sondern find dann an, sich die Passagiere zusammenzusuchen – meine 15 Minuten Verspätung waren also leicht naiv, weil wir eh erst um 7:20 losfuhren. Zurück in La Paz checkte ich der Einfachheit halber wieder ins Hostal verano ein und ging bei der Reiseagentur meine CD mit Biketourfotos von gestern abholen. Unterwegs traf ich – wieder zufällig – Mahesh, mit dem ich dann mal eben indisch essen ging. Während er anschliessend seine mails checken ging, nutzte ich die Zeit für das Kokamuseum (sehr interessant v.a. in Bezug auf den Unterschied zwischen Koka und Kokain, und Aspekte wie die Tatsache, dass Kokainproduktion zu medizin. Zwecken seitens der UN in den USA, Deutschland Frankreich u.ä. erlaubt ist, während Peru & Bolivien stets als Drogenproduzenten abgestempelt werden, obwohl der Grossteil des Koka hier nicht zu diesem Zweck weiterverarbeitet wird – 50% der Kokainkonsumenten finden sich übrigens in den USA) und einen Spaziergang durch die mit Kolonialhäusern gefüllte Calle Jaén, Legislationspalast von La Pazund traf mich anschliessend wieder mit ihm an der Plaza Murillo (wo auch die oben beschriebene Kathedrale steht), von wo aus wir zusammen ins Museum für Ethnologie und Textilien gingen. Im ersten (textil-)raum bereute ich fast die 15 Bs Eintritt für 1h Museum (wegen vorzeitiger Schliessung durch Bauarbeiten), in den folgenden Räumen für Masken, Selva-Federschmuck und sogar moderne Skulpturen zahlten sich dann aber doch aus. Ebenso das später besuchte Museo de Arte Contemporanea mit einigen richtig beeindruckenden Kunstwerken.
Nachmittags schlenderte ich dann noch durch den (einzigen) Park La Paz‘, La Paz Skylineein riesiges Ding auf der linken Hangseite hinauf mit fantastischer Aussicht auf die Skyline der Andenstadt. Abends traf ich mich noch mit Jaqheline, einer Freundin von benni, der mir einen Brief für sie mitgegeben hatte, und so plauderten wir bei Anticucho und papa Huancayna über lateinamerikanische Filme, freie Radiosender und verlorene Kameras… Abends gabs dann noch kubanische Livemusik im „Sol y Luna“… da wurden Erinnerungen wach ;D . Würde bei der Gelegenheit ja gerne auf Torbens Blog verweisen, aber der hat ja keinen.

1.11.10, La Paz, Bolivia

Dia de los Muertes in Cusco
Auf dem verwinkelten Schubladen-Friedhof tummeln sich underte Menschen, die die spontan auf dem Vorplatz gekauften Blumen, Fotos und kleine Replikationen von Cusqueño- und Inkacola-Flaschen in die Schaukästen der Gräber ihrer Verwandten stellen, die Gräber mit Musik beschallen, auf die übliche Weise Bierbecher herumreichen (obwohl am friedhofseingang Polizei kontrolliert, ob Alkohol reingebracht wird) und leeren und jungen mönchen und Priestern ein paar Sol in die Hand drücken, damit dieser die Grabkästen mit „heiligem Wasser“ aus der Plastikflasche besprenkelt. Kinder sitzen auf überdimensionierten Grabsteinen, Omas & Opas plaudern mit den Nachbarn und die Männer betrinken sich (natürlich). Weinen tut keiner. Das ist der Dia de los Muertos, der sich hier über den 1. und 2. November erstreckt. (In La Paz ist der 1. für die toten Kinder, der 2. für die Erwachsenen, hier in cusco ist der 1. für die Lebenden, der 2. für die Toten.) – von unserem Allerheiligen hat das wenig.
Falls die Frage aufkommt, warum ich Cusco erwähne – da bin ich grade, da mein Flug von La Paz nach Lima mir hier 1 Tag Zwischenstop gewährt. Den nutzte ich neben dem Friedhofsbesuch für einen Ausflug zur Inkafestung Saqsayhuaman – hatte ich letzte Mal ausgelassen, weil eigentlich nur mit dem teuren Boleto turistico zugänglich – es sei denn, man betritt das weitläufige Gelände von einem Feldweg statt von der Haupt-Touristenstrasse. Neben einem Ausblick auf ganz Cusco kann man durch die Zickzackmauern der Festung laufen, Inkaarchitektur bewundern und (vergeblich) versuchen, die riesigen Steine hochzuklettern. Der besuch des Museum für präkolumbine Kunst war weniger bemerkenswert. den Abend verbrachte ich dann bei der Familie Zuñiga (nein, sind weder Chilenen noch mit Robin verwandt), die mir Mahesh empfholen hatte – sie haben zwei hübsche Zimmer für 30 S/ samt Frühstück, und sind sehr nett und hilfsbereit, so dass ich so ziemlich den ganzen Abend bei einem Matte mit der Eigentümerin Karina redete – wer also mal nach Cusco fährt, das ist definitiv eine lohnende Unterkunft, fragt mich nach der Adresse!

2.11.10, Cusco

…heute früh gings dann per Peruvian Airlines zurück nach Lima und zum „Alltag“… und ich kann mittlerweile tatsächlich sagen, „nach Hause zu fahren“ – Bolivien war toll, aber Peru wird mir mehr fehlen 😉

Viajando a Bolivia / Isla del Sol

Viajando a Bolivia / Isla del Sol

Viajando a Bolivia
Hinter dem Fenster erstreckt sich ein Meer aus Wolken, aus denen Bergspitzen wie Inseln hervorragen, umgeben von weissschäumendem Nebel und unter einem stratosphärenblauen Himmel bei Sonnenschein, der so nie durch die Wolkendecke Limas dringt.
Nachts um 4 von zuhause aufgebrochen kam ich ohne Probleme und sogar mit meiner Softdrink-Flasche an Bord des Peruvian-Airlines-Flugzeugs nach Cusco, das die Passagiere schon wenige Minuten nach dem Start mit dieser unglaublichen Aussicht beschenkte. In Cusco hatte ich dann viel zu viel Zeit zum „umsteigen“ (3h), schmökerte also die halbe zuvor gekaufte Zeitung durch vor/zwischen/nach dem Gepäckabholen/Ticket abholen/Gepäck abgeben/Sicherheitscheck/Visa-abstempelung bei der Migracion/Boarding. Letzteres brauchte wahnsinnig lang, der Schalter am Gate stand bis 10:30 einfach mal unbesetzt – planmässige Abflugszeit: 10:45… – um kurz vor 12 (!) ging es dann erst los, was mich ein bisschen ärgerte weil mir so eine Stunde in Copacabana verloren ging. In La Paz angekommen und durch die Einreisebürokratie durch konnte ich ein Taxi immerhin auf 40 Bolivianos (40Bs=4€) für den Weg zu den Bussen am Cementerio runterhalndeln und kam da wenigstens zeitlich passend zur Microabfahrt nach Copacabana an. Mit dem ruckelte ich nochmal 3-4 Stunden durch das bolivianische Andenhochland, unterhielt mich mit einer Ecuadorianerin die seit 3 Monaten durch Bolivien reist, Wände anmalt und „die Energie in Copacabana“ ganz toll findet, einem Copacabeño der sogar schon nach Cusco gereist ist, und hatte ca. 20 Minuten lang fiese Höhenkrankheit mit schwarz vor den Augen und ähnlichen scherzen (aber im Bus sass ich ja eh, konnte also nicht umkippen 🙂 ) – danach gings aber bis auf die Kopfschmerzen die den Rest des Abends anhielten.
Gegen 5PM kam ich dann am Ziel an: Copacabana am Lago Titicaca! Und nein, das ist nicht der bekannte Traumstrand Brasiliens (dafür müsst ihr schon Flo´s Blog lesen, siehe links), sondern eine kleine Stadt am Lago Titicaca, mittlerweile durch die ganzen Backpacker nicht mehr ganz so verschlafen, berühmt geworden durch irgendeine angeblich Wunder vollbringende Marienstatur (- Pilger benannten deshalb den brasilianischen Strand nach diesem Ort).Maurisch inspirierte Kirche Copacabana Im Stadtzentrum steht eine von aussen wunderhübsche, im maurischen Stil gebaute Kirche (von innen recht langweilig) und die ganze Stadt ist voll von Händlern, billigen Unterkünften (15 Bs) und Backpackerbars – eine abstruse Mischung. Kurioserweise begrüsste den ankommenden Bus laute US-Musik von der Plaza, wo es gerade ein „english-language-festival“ gab…
Nach einem schnellen Abendessen auf dem Markt ging ich in einem hauptsächlich von Einheimischen besuchten Cafe (also eher ne Markthalle mit Kaffeeständen) einen Mate de Coca gegen die Kopfschmerzen trinken und hatte nebenbei Glück – drei Copacabeñer am Tisch unterhielten sich mit mir sehr angeregt über die hiesige Medienlandschaft (es soll ein Gesetz geben, dass zwar „Anti-Rassismus-Gesetz“ heisst, tatsächlich aber den Zeitungen ihre Meinung vorschreiben soll und die Verbreitung von geheimen Informationen von irgendwelchen Informanten verhindern soll – fragt mich nicht wie Evo das unter solch einen Namen kriegt), die (fehlende) educacion und die Angst, Evo Morales´ Regierung könne sich in eine Linksdiktatur verwandeln. (haben schon verstärkte Beziehungen zu Cuba, Venezuela, Russland und Iran… und es wird von verschwundenen Leuten gemunkelt) – eine der Begegnungen auf jeden Fall, die man meist nur als Alleinreisender hat 😉

28.10.10, Copacabana, Bolivien

Isla del Sol (Insel der Sonne)
Strand auf der Isla del SolOhne die Kokablätter in meiner Wange, die ein leichtes Taubheitsgefühl auf der Zunge zurücklassen, die Wasserflasche in meiner Tasche sowie Sonnencreme, -brille und Mütze wäre ich jetzt wahrscheinlich längst umgekippt… 😀 Nee, keine Sorge, ich bin nur schwer K.O. von 4 Stunden wandern in 4000 Metern Höhe. Heute früh um 8 nahm ich das Boot von Copacabana zur Isla del Sol (die Isla de la luna ist leider nur mit teurer Privattour erreichbar), auf de, ich mich mit einem australischen Pärchen (Ric & Liz) unterhilet, mit denen ich dann auch den Rest des Tages verbrachte. Wir landeten am Nordhafen der Insel und wanderten von da aus bis zu den Ruinen an der Nordspitze – fast 3000 Jahre alt und fast so beeindruckend wie Machu Picchu – und von dort aus quer über die Insel bis in das südliche Dorf mit den meisten Pizzarien pro Einwohner Boliviens. (Kein Scherz!) Unterwegs mussten wir 3x „Wegzoll“ bezahlen, durch den den Touris hier insgesamt 30 Bs abgezogen werden, wurden dafür aber mit fantastischen Aussichten belohnt, während wir durch Eucalyptuswälder, trockene Graslandschaften mit Schafen und Lamas und aufeinandergestapelte Steine liefen. Nach einem lang auf sich wartenden Mittagessen um 3PM fand ich eine Unterkunft für 20 Bs. Der frische Wind hielt uns dann doch vom Schwimmengehen ab, und so traf mich nachher nur noch mit Liz, Ric und Mahesh (einem indischstämmigen US-Student, der in ihrem Hostel wohnt und auch morgen nach La Paz reist) zum Rotwein-trinken, Abendessen und unglaublich beeindruckenden Sonnenuntergang überm See angucken. Das hört sich jetzt so kurz gefasst nach wenig an, aber ich bin zu KO zum schreiben – und es war einfach eine sehr schöne Wanderung über die Insel, die definitiv mehr Wert war als mein kurzer bisheriger Aufenthalt in Copacabana. Jetzt pennen gehen, morgen dann zurück aufs Festland und Richtung La Paz – die dortigen Erlebnisse gibts sehr bald im nächsten Blogbeitrag!

29.10.10, Isla del Sol, Bolivien

Sonnenuntergang Isla del Sol